
Hier könnte etwas Sinn und Form annehmen: Während die Bundesfamilienministerin für eine Beibehaltung beziehungsweise Erhöhung durch Umschichtung innerhalb der aktuellen Elterngeldsätze wirbt, werden (vorerst unbestätigte) Pläne der Gesundheitsministerin bekannt, Kinderlose in der Pflegeversicherung etwas stärker zu belasten.
Nina Warken geht es einstweilen nur um eine Erhöhung des Beitragszuschlags für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte, die finanzielle Misere der Pflegeversicherung wird sie allein damit nicht lösen können. Gemeinsam mit Karin Prien, die trotz herber Sparzwänge um das Elterngeld kämpft, ergibt sich dennoch eine Linie der beiden CDU-Politikerinnen, Familien mit (kleinen) Kindern zumindest nicht noch weiter zu belasten.
Schleichend ist dies ohnehin beständig der Fall, denn etwa das Elterngeld wurde seit seiner Einführung nicht erhöht und die Bezugsgrenze für einkommensstarke Paare noch nach oben gedeckelt, während die Kosten für alles, was Kinder brauchen, immer weiter steigen. Es ist aber immerhin eine kleine Anerkennung der Leistungen, die Familien mit Kindern für die Gesellschaft insgesamt erbringen, indem Kinder geboren werden, die später ihre Eltern pflegen und in die Sozialsysteme einzahlen. Klein ist diese Anerkennung zum Beispiel gemessen daran, dass Einsparungen bei der Rente noch hinausgeschoben werden.
Geburtenrate stieg, dann sank sie wieder
Es geht aber nicht nur um Finanzielles. Mit der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 begann sich auch das gesellschaftliche Klima rund um Mutterschaft, Vaterschaft und Erwerbstätigkeit zu verändern: Arbeitende Mütter werden heute nicht mehr als Rabenmütter angesehen, Väter in Elternzeit nicht mehr als verweichlicht oder nicht karrierebewusst genug.
Auch wenn die Zahl der Geburten pro Frau nach einem deutlichen Anstieg wieder gesunken ist und jetzt wieder ungefähr auf dem Niveau im Jahr der Einführung liegt, hat das Elterngeld doch zu einer Stabilisierung beigetragen. Sich für ein Kind (oder das zweite oder das dritte Kind) zu entscheiden, ist dadurch leichter geworden. Hier sollte man weiter die richtigen Signale setzen.
