Mit einem Video, das gefesselte Gaza-Aktivisten zeigt, sorgte Israels Sicherheitsminister international für Empörung. Dahinter steckt ein verhängnisvolles Kalkül.
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Die Menschen kauern auf dem Boden, eine Reihe hinter der anderen. Ihre Hände sind auf dem Rücken gefesselt, ihre Gesichter nicht zu erkennen. Die Haltung, in die sie gezwungen wurden, ähnelt der, mit der sich gläubige Muslime vor Gott niederwerfen. Derweil ruft ein Mann etwas in die Kamera: »Willkommen in Israel! Wir sind hier die Hausherren.«
Der Mann ist Itamar Ben-Gvir, 50 Jahre alt, Israels Sicherheitsminister und Vorsitzender der rechtsextremen Siedler-Partei Otzma Jehudit. Die Menschen, die da vor ihm knien, sind Aktivisten. Mit einer Flotte aus rund 50 Schiffen waren sie kurz zuvor im türkischen Marmaris aufgebrochen, um die israelische Seeblockade zu durchbrechen und Hilfsgüter nach Gaza zu bringen. Die israelische Marine stoppte die Flotte und nahm die rund 430 Aktivisten aus 40 Nationen in Gewahrsam. Mittlerweile wurden sie ausgewiesen.
