Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Das teilte der Verein Sterbehilfe auf seiner Internetseite mit. Kusch war dort über viele Jahre Präsident.
Kusch, der früher der CDU angehörte, war von 2001 bis 2006 Justizsenator unter dem damaligen Hamburger Bürgermeister Ole von Beust. In seiner zweiten Amtszeit wurde er entlassen, nachdem er in einem Untersuchungsausschuss zu Vorfällen in einem geschlossenen Heim für junge Straftäter die Aussage verweigert hatte. Noch am Tag seiner Entlassung trat er aus der CDU aus und gründete kurz darauf die Partei Heimat Hamburg.
In den folgenden Jahren setzte sich Kusch für die Legalisierung aktiver Sterbehilfe ein und begleitete Menschen bei ihrem Sterbewunsch. Im Jahr 2008, als jegliche Form der Sterbehilfe in Deutschland verboten war, hatte Kusch eine umstrittene »Selbsttötungsmaschine« gebaut, aber nach eigenen Angaben nicht zum Einsatz gebracht. Eine gerichtliche Verfügung verbot ihm weitere Suizidhilfe.
Im Jahr 2020 schließlich hob das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe in einem wegweisenden Urteil auf und verankerte das Recht auf selbstbestimmtes Sterben in Deutschland. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland weiterhin strafbar. Damit ist eine Tötung auf
Verlangen gemeint, wenn etwa jemand einem Sterbewilligen ein tödliches Mittel verabreicht. Assistierter Suizid ist dagegen möglich.
