
Die dänische Umweltbehörde hat beschlossen, den toten Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt in die Küstenstadt Grenaa zu schleppen. Der Wal werde für Autopsie und Untersuchungen in den dortigen Hafen gezogen, teilte die Behörde der F.A.Z. am Donnerstagvormittag mit. Laut der Abteilungsleiterin bei der dänischen Umweltbehörde, Jane Hansen, ist die Hafenstadt besser für die geplante Autopsie und Untersuchungen geeignet als die Insel Anholt.
Der Transport geschehe mittels eines speziellen Schiffs der Umweltbehörde. Das Boot soll den Kadaver schließlich gut 50 Kilometer in den Hafen der Küstenstadt ziehen. Am Donnerstagvormittag war auf Liveaufnahmen im Internet zu sehen, dass ein Schleppschiff sich bereits in Position bringt. Dafür ist an der Fluke des Buckelwals ein Seil befestigt worden. Der Transportvorgang werde voraussichtlich den ganzen Tag andauern.
Im Hafen von Grenaa werden Hansen zufolge dänische Forscher und Tierärzte Proben entnehmen, die bereits an toten Walen gearbeitet haben. Die Entnahme erfolge, um Forschern „wichtige wissenschaftliche Proben“ zu ermöglichen.
Autopsie soll am Freitag stattfinden
Wenige Tage zuvor hatte die Umweltbehörde auf Grundlage des dänischen Notfallsystems für gestrandete Meeressäugetiere beschlossen, den Buckelwal zu bergen. Als Begründung führten die Dänen an, dass der Wal mit hoher Wahrscheinlichkeit an seiner Position im seichten Wasser verbleiben werde. Dort stelle er eine erhebliche Belästigung für Besucher und Anwohner dar. Dass er von der Insel weggeschleppt werden soll, war noch nicht bekannt.
Der Vorgang geschieht übereinstimmend mit dem dänischen Notfallsystem für gestrandete Meeressäugetiere. Dieses diene auch für den Transport als Basis, so Hansen. Sollte das Manöver scheitern, sollen die weiteren Arbeiten auf der Insel Anholt erfolgen. „Wenn alles nach Plan verläuft, finden die Autopsie und die Untersuchung des Wals am Freitag statt“, hieß es vonseiten der Behörde.
Auf Bildern mehrerer Nachrichtenagenturen war in den vergangenen Tagen zu sehen, dass sich der Buckelwal mehr und mehr aufbläht. Im Inneren des Kadavers bilden sich Gase, die aufgrund der Fettschicht nicht entweichen können. Es droht deshalb zu platzen.
Aus diesem Grund rief die dänische Umweltbehörde die Öffentlichkeit immer wieder dazu auf, einen Sicherheitsabstand zu dem Walkadaver einzuhalten. Im Fall einer Explosion bestehe – auch in Grenaa – ein potentielles Infektionsrisiko.
