Die Früchte an den Apfelbäumen im Alten Land sind mit sechs bis zehn Millimetern noch im Frühstadium – die Aussichten für das Wachstum sind aber positiv. «Wir hatten eine gute Blüte, fleißige Bienen bei gutem Bestäubungswetter und nun kommen die Herausforderungen für die Bauern», sagt Matthias Görgens, stellvertretender Leiter der zur Landwirtschaftskammer Niedersachsen gehörenden Obstbauversuchsanstalt Jork. «In der Pflege kann man viel falsch machen.»
Das Wichtigste sei, die Früchte gesund zu halten mit den richtigen Schutzmaßnahmen. Die kalten Nächte seien vorbei, etwa an fünf Tagen hätten die Bauern zuletzt die Beregnungsanlagen gegen Frostschäden aktivieren müssen. Der ärgste Feind im Norden durch Feuchtigkeit und niedrige Temperaturen sei der Apfelschorf. Den Pilz gelte es von den Bäumen fernzuhalten.
Ernte wird schwächer
Auf eine gute Saison folge meistens ein schwächeres Folgejahr. Der Einschätzung kann auch Bio-Landwirt Henning Lührs aus Jork zustimmen: «Die Ernte wird deutlich schwächer als letztes Jahr». In seinem Betrieb dürfe er zum Schutz der Bäume keine Chemie einsetzen. Bei ihm sind die Blätter derzeit bedeckt mit Schwefel gegen Pilzkrankheiten. 2025 habe er rund 1200 Tonnen Äpfel und Birnen geerntet, erzählt er.
Das Alte Land ist mit 500 Betrieben und 10.000 Hektar Fläche zwischen Cuxhaven und Hamburg nach Angaben der Gemeinde Jork das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Deutschlands. Dort stehen 23 Millionen Obstbäume, 90 Prozent davon sind Apfelbäume.
Innovationen im Obstbau
Um den Anbau effektiver und energieschonender zu gestalten, werden Obstbauern am 25. Juni beim Tag der Projekte in Jork digitale Innovationen vorgestellt. Es geht um kameragesteuertes Düngen, Drohnen zum Pflücken der Äpfel und autonom fahrende Geräte, die zwischen den Bäumen Gras mähen.
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