
„Namu“ wird durch den „Nova Campus“ ersetzt. Statt des 120 Meter hohen Hochhauses sollen nun zwei Gebäude auf dem Areal am Nordring im Offenbacher Kaiserleigebiet errichtet werden. 81 und 45 Meter hoch sollen die Gebäude werden, die Architekt Christopher Hammerschmidt für den Frankfurter Projektentwickler Ernst Otto Walker entworfen hat.
2023 hatte Walker für das Gelände den Bau eines 120 Meter hohen Hochhauses mit dem Namen „Namu“, dem koreanischen Wort für Holz, angekündigt. Später wurde das Baumaterial umgeplant: Statt Holz sollte nun ein spezieller Beton mit einem hohen Anteil recycelten Materials verwendet werden, bei dessen Herstellung vergleichsweise wenig Kohlendioxid entsteht. Dieser „Level 4“-Beton soll nun auch für den Nova Campus verwendet werden. Den Wechsel der Planung begründet Ernst Otto Walker mit den Wünschen des Markts nach flexiblen Zuschnitten der Büros. Daher werden in den beiden Türmen Aufteilungen vom Einzelbüro bis hin zu Open-Space-Lösungen möglich sein.
Prominente Lage am Main
Entstehen sollen die beiden Türme in einer prominenten Lage im ohnehin schon zentralen Kaiserleigebiet – das Grundstück am Nordring liegt direkt am Main an der Autobahnbrücke der A 661. Das mit 81 Meter höhere der beiden Gebäude soll eine Bruttogeschossfläche von 20.442 Quadratmetern bieten, sie verteilen sich laut Exposé auf 20 Etagen über der Erde und ein Dachgeschoss. 8968 Quadratmeter Bruttogeschossfläche soll es im zweiten, zehnstöckigen Turm geben. Die Büros werden rund um einen „höchst kompakten“ Hochhauskern angeordnet, sodass die Fassadenflächen frei bleiben werden.
Der Entwurf des Architekten, dessen Büro auch das Büro- und Geschäftshaus „Opernplatz 2“ in Frankfurt entworfen hat, sieht für beide Gebäude sechseckige Grundrisse vor. „Zwei Diamanten“ sollen auf dem rund 1,3 Hektar großen Areal am Main gebaut werden. Zum Vorhaben zählt zudem ein Parkhaus, das knapp 500 Autos Platz bietet. Die Bauzeit werde 30 bis 36 Monate betragen, heißt es im Exposé von Walker & Walker. Dabei strebe man die höchste Stufe der Zertifizierung als ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Immobilie an. Die Dachterrassen und das Parkhaus sollen begrünt und Photovoltaikanlagen eingerichtet werden.
Überzeugt vom Standort Offenbach
Walker & Walker verweisen in ihrer Broschüre auf die Vorzüge des Standorts Offenbach. Neben der zentralen Lage wird der Kaiserlei als ein lebendiges Quartier in einer Stadt beschrieben, der entgegen der allgemeinen Tendenz in Deutschland die Trendwende hin zum Wachstum gelungen sei. Das zeige sich auch darin, dass Unternehmen wie BYD, Samson und Pan Dacom in die Frankfurter Nachbarstadt zögen. Schon jetzt finden sich prominente Namen im Kaiserleigebiet, unter anderem die Europazentrale von Hyundai, Fuji Electric Europa, Honeywell und Danfoss werden im Exposé als Beispiele genannt. Die positive Entwicklung der Stadt wertet Ernst Otto Walker als Erfolg der Wirtschaftspolitik des Offenbacher Oberbürgermeisters Felix Schwenke (SPD), dem er unternehmerisches Denken und Handeln bescheinigt.
Aus den Plänen am Nordring soll zügig Realität werden. „Die Nachfrage ist hoch“, sagt Walker, die Gespräche mit künftigen Mietern für den Nova Campus kämen gut voran. Damit zeichne sich auch ab, dass zügig ein Bauantrag vorgelegt werde, der nach den bisherigen Erfahrungen mit den städtischen Baubehörden in wenigen Monaten beschieden werden könne. Bei einer Bauzeit von rund zweieinhalb Jahren würde der Nova Campus dann vor dem Jahr 2030 bezogen werden.
