Um Spaniens Jobwunder und den treibenden Motor dahinter in
Augenschein zu nehmen, reicht ein Spaziergang durch Barcelona oder Madrid. Der
Wirt der neu eröffneten Bar im Madrider Viertel Chamberí kommt aus Argentinien,
das Personal aus Kolumbien und Honduras. Die IT-Spezialistin im Callcenter wurde
in Bangladesch geboren. Und die Frau, die in der Zahnarztpraxis in Nou Barris in
Barcelona die Geschäfte führt, stammt aus Venezuela und hat inzwischen die
doppelte Staatsbürgerschaft.
Die drei Biografien stehen exemplarisch für den Wandel auf
Spaniens Arbeitsmarkt. Seit 2020 sind in Spanien 2,8 Millionen neue Jobs
entstanden. Fast 70 Prozent davon werden laut dem spanischen Thinktank Funcas
von Migrantinnen und Migranten besetzt. Die Zahl der Beschäftigten stieg nach
Angaben des spanischen Statistikamts seit 2016 von 17,8 auf 22,2 Millionen –
ein historischer Höchststand.
