Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat in Paris nach eigenen Angaben mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über das Projekt einer europäischen Kapitalmarktunion gesprochen. Bei dem einstündigen Vier-Augen-Gespräch sei man sich einig gewesen, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit wichtig sei, um Europa voranzubringen, sagte Klingbeil am Rande des G7-Finanzministertreffens in der französischen Hauptstadt.
Er habe Macron berichtet, wie er zusammen mit Frankreichs Finanzminister Roland Lescure die in der EU seit Jahrzehnten geplante Kapitalmarktunion vorantreiben wolle. Hier seien nun Entscheidungen nötig. »Ich habe das Gefühl, dass der französische Präsident das auch gut findet«, sagte Klingbeil. Dass es innerhalb der EU keinen einheitlichen Kapitalmarkt gibt, gilt als großer Wettbewerbsnachteil der EU gegenüber den USA und China.
Greifbare Fortschritte gab es bei dem Projekt zuletzt allerdings eher wenig. Im Februar hatte sich Klingbeil im neuen, sogenannten E6-Format mit seinen Amtskollegen aus Frankreich, Italien, Polen, Spanien und den Niederlanden getroffen, um nach eigenen Angaben eine Gruppe aus »Tempomachern« zu bilden. Die sechs Länder wollen mit der Vereinheitlichung ihrer Finanzmärkte voranschreiten. Die anderen 21 EU-Mitglieder könnten sich ihnen anschließen, sagte Klingbeil damals.
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