Wer Bücher liebt und gern mit Autoren und Verlegern ins Gespräch kommt, hat dazu in Mainz bald wieder Gelegenheit. Denn Ende des Monats werden, so wie es in der Gutenberg-Stadt seit einem Vierteljahrhundert üblich ist, auf einer regional ausgerichteten Messe an gut 50 Ständen abermals viele neu geschaffene Publikationen präsentiert. Und fast alle dürften wie auch immer geartete Bezüge zu Rheinhessen respektive Rhein-Main aufweisen. Am 24. und 25. Oktober ist die Büchermesse wieder in den Räumen der Akademie der Wissenschaften und der Literatur an der Geschwister-Scholl-Straße zu erleben.
Während die Büchermesse wie gehabt stattfinden kann, sorgen sich Literaturbegeisterte aktuell um die ebenfalls seit Jahrzehnten zu Mainz gehörende Minipressen-Messe. Sie dürfte 2027 voraussichtlich ausfallen, weil die Kommune den bis dato gewährten Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro streichen möchte, um den städtischen Haushalt zu entlasten.
Aus für die Minipressen-Messe?
Offen ist, ob die Mitte September im Internet auf der Seite „open Petition“ begonnene Rettungsaktion, die bisher von 382 Unterstützern unterzeichnet wurde, reichen wird, um das seit 1970 alle zwei Jahre ausgerichtete Stelldichein der Kleinverleger, Handpressendrucker und Buchkünstler vor dem Aus zu bewahren. Die außergewöhnliche Veranstaltung in der Rheingoldhalle, die mit gut 200 Ausstellern zu den größten europäischen Buchmessen ihrer Art gehörte, vermochte im Frühjahr jeweils bis zu 10.000 Besucher nach Mainz zu locken.

Die dagegen auch weiterhin in der Gutenberg-Stadt geplante „klassische“ Büchermesse im Herbst spricht eine andere Zielgruppe an: vor allem Menschen, die an ihrer Heimat und der Arbeit regionaler Verlage interessiert sind. Sie können sich zum Beispiel an einem weiteren Karikaturenband von Klaus Wilinski erfreuen oder mit der Autorin Jessica Bernett ins Gespräch kommen, die laut Kurz-Vita „an einem sonnigen Herbsttag im Jahre 1978 als Enkelin eines Buchdruckers in Wiesbaden geboren wurde, der Liebe wegen später aber ins schöne Mainz gezogen ist“.
Die zweitägige Verkaufs- und Informationsschau im Akademiegebäude, wo es ein eigenes „Kinderzimmer“ mit Mitmach-Angeboten und Vorlese-Runden für junge Gäste geben soll, kann übrigens von allen bei freiem Eintritt besucht werden. Für das Programm, das samstags um 11 Uhr und sonntags eine Stunde früher beginnt und jeweils bis zum Abend geht, zeichnen das Kulturdezernat der Stadt und die Arbeitsgemeinschaft Mainzer Verlage verantwortlich. Neben der Vergabe des Literaturpreises „Debüt des Jahres“ an den Pfälzer Tobias Heinze sind mehrere Lesungen und Gesprächsrunden vorgesehen.
Bei diesen Gelegenheiten erfahren die Zuhörer laut Ankündigung unter anderem, wie der bekannte Mainzer Handkäse im 19. Jahrhundert über den Fluss kam – nämlich in Körben. Und warum das fettarme Produkt genauer betrachtet eigentlich „Gerauer“ heißen müsste. Neuigkeiten und Wissenswertes verspricht die Büchermesse außerdem zu den Themen Altern und Reisen. Und selbstverständlich auch, wenn es um das ganz normale Leben in Mainz geht, wo aus Sicht einiger fleißiger Krimiautoren noch einige Leichen in irgendwelchen dunklen Kellern liegen dürften.
Nähere Informationen zum Programm unter www.mainz.de/buechermesse.
