Mit Traumtoren hat der hoch gehandelte VfB Stuttgart seinen ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga gefeiert. Eine Woche nach der 1:5-Lehrstunde beim FC Bayern München setzten sich die Schwaben zum Auftakt des zweiten Spieltages verdient mit 4:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln durch.
Marokkos WM-Teilnehmer Bilal El Khannouss traf nach einem sehenswerten Sololauf (39. Minute) und war auch an der Vorbereitung des 2:0 beteiligt. Neuzugang Grischa Prömel (60.) und Ermedin Demirovic ebenfalls per Alleingang (75.) machten alles klar. Josha Vagnoma legte per Volleyschuss noch nach (90.).
Vor 60.000 Zuschauern und Bundestrainer Jürgen Klopp, wie in der Woche zuvor in München Stadion-Zuschauer, hätte der VfB-Erfolg angesichts zweier Aluminium-Treffer und Chancenwucher auch höher ausfallen können. Doch für den Auftakt in der Champions League am Mittwoch gegen Viking Stavanger zeigte sich das Team von Trainer Sebastian Hoeneß gerüstet.
Köln drückte zu Beginn der zweiten Hälfte auf den Ausgleich, verpasste aber nach dem 3:2 gegen die TSG 1899 Hoffenheim zum Saisonstart das nächste Achtungszeichen. Zu mehr als dem 1:3 durch ein Eigentor von Ramon Hendriks reichte es nicht (81.)
Mit einem Fanmarsch, der traditionsreichen Karawane Cannstatt, hatten sich die Fans auf das erste Heimspiel der Saison eingestimmt. «Wir freuen uns extrem, was da draußen wieder los war. Jetzt geht die Saison richtig los», hatte VfB-Coach Sebastian Hoeneß bei Sky gesagt und sich gerührt gezeigt. «Die Leute haben richtig Lust, immer mehr, immer mehr. Ja, das bewegt mich.»
Vagnoman und Pejcinovic verpassen Führung
Bei sommerlichen Temperaturen mit anfangs um die 28 Grad Celsius wollte der VfB «sofort Druck machen, viel nach vorn spielen», wie Hoeneß ankündigte. Und seine Elf legte entschlossen los. Der Anpfiff verzögerte sich kurz, weil Kölner Fans Pyrotechnik zündeten. Dann schien die Führung nur eine Frage der Zeit.
Doch erst wenige Minuten vor der Halbzeit belohnte El Khannouss die Gastgeber. Per Alleingang tankte er sich durch die Kölner Defensive, tunnelte Luka Lotschoschwili und traf ins linke untere Eck.
Die Kölner waren über weite Strecken in die Defensive gedrängt. So hätte VfB-Rechtsverteidiger Josha Vagnoman das 1:0 erzielen müssen, traf aber aus rund zwei Metern Entfernung nur die Latte (9.). Gut fünf Minuten später schepperte es nach einem Kopfball von Dzenan Pejcinovic zum zweiten Mal am Querbalken. Auch Deniz Undav und Prömel wandelten ihre Chancen nicht in Zählbares um.
VfB-Torhüter Bredlow gefordert
Der FC hatte auf seine Torschützen vom Saisonauftakt verzichten müssen. Toptalent Said El Mala und der eingewechselte Doppelpacker Thijs Dallinga fehlten krankheitsbedingt. In der Offensive kam zunächst wenig, doch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild.
Mit den Einwechslungen von Ellyes Skhiri und Mikey Moore wurde der FC deutlich gefährlicher. Plötzlich wackelten die Stuttgarter. VfB-Torwart Fabian Bredlow musste beim schwungvollen Beginn der Gäste in Hälfte zwei mehrfach die Führung retten.
Dann bestrafte jedoch Prömel die Kölner dafür, dass sie ihre Chancen ausließen. El Khannouss bediente Maximilian Mittelstädt, der legte von der Grundlinie zurück auf Prömel. Für den neuen Vizekapitän der Schwaben und gebürtigen Stuttgarter war es das erste Pflichtspieltor für seinen neuen Club. Demirovic ließ die VfB-Fans erneut jubeln – und auch nach dem Anschluss wurde es nicht mehr brenzlig.
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