Hamburg siegt im DFB-Pokal :
Ein 16-Jähriger trifft für den HSV

dpa
Am Todestag des jahrelangen Gönners Klaus-Michael Kühne siegt der HSV in Verl. Der 1. FC Köln hat derweil in Würzburg deutlich mehr Mühe. Wolfsburg blamiert sich trotz eines spektakulären Comebacks.
Der Hamburger SV ist souverän in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der Fußball-Bundesligaklub gewann beim Drittligaverein SC Verl in der mit 5.207 Zuschauern ausverkauften Sportclub Arena in Ostwestfalen mit 3:0 (1:0). Das dritte Tor für die Hamburger erzielte der erst 16 Jahre alte Louis Lemke (50. Minute). Die weiteren Treffer für die Rothosen, die nach dem Tod des jahrelangen Investors Klaus-Michael Kühne mit einem Trauerflor aufliefen, erzielte Stürmer Albert Grönbaek (41., 46.).
Der Bundesligist kam im ersten Pflichtspiel der Saison nur schwer in die Partie. Den Hamburgern gelang es in der ersten halben Stunde des Pokalspiels nicht, wirkliche Spielkontrolle aufzubauen und eigene Chancen zu kreieren. Gefährlich wurde zunächst vor allem der SC Verl, der bereits sein viertes Pflichtspiel der Saison bestritt. Der Fernschuss von Mika Clausen (13.) rauschte nur knapp am Hamburger Tor vorbei, der Abschluss von André Leipold (15.) landete in den Armen von HSV-Schlussmann Sander Tangvik.
Erst ab der Mitte des ersten Durchgangs wurden die Hamburger dann aktiver und tauchten das erste Mal gefährlich vor dem Tor des SC Verl auf. Neuzugang Martin Adeline scheiterte zunächst aus kurzer Distanz an Verls Schlussmann Timo Schlieck (40.). Kurze Zeit später nutzte Stürmer Grönbaek (41.) dann einen Fehler im Verler Spielaufbau aus und schob wenige Minuten vor der Pause zur Führung für die Hanseaten ein.
Mit dem Treffer im Rücken kamen die Hamburger stark aus der Pause und bauten ihre Führung direkt aus. Wieder war es Grönbaek, der auf der linken Außenbahn zunächst Verls Joshua Eze tunnelte und anschließend zum 2:0 flach ins linke Eck einschoss. Nur wenige Minuten später erzielte der 16-jährige Lemke sein erstes Tor bei den HSV-Profis. Nach einem Zuspiel von Nicolai Remberg traf Lemke von der linken Seite mit einem satten Flachschluss ins lange Eck.
Im weiteren Verlauf des zweiten Durchgangs zog sich der Bundesligist aus dem Norden dann wieder etwas zurück. Kurz vor dem Spielende scheiterte der eingewechselte Otto Stange (86.) aus kurzer Distanz. Der SC Verl konnte nach dem Doppelschlag kurz nach der Pause keine großen Chancen mehr kreieren.
Nach dem gelungenen Auftakt geht es für den Hamburger SV am Wochenende in der Bundesliga direkt mit einem schwierigen Auswärtsspiel los: Die Hamburger treten am Samstagabend beim Meisterschaftszweiten Borussia Dortmund an.
Dank zwei Toren von Isak Johannesson hat derweil der auch 1. FC Köln die Auftakthürde im DFB-Pokal gemeistert. Das Team von Trainer René Wagner erkämpfte sich in der ersten Runde ein 2:1 (0:1) beim Drittligaklub Würzburger Kickers, überzeugte dabei spielerisch aber lange nicht. Auch Jungstar Said El Mala, der nach langem Hin und Her seinen Vertrag beim FC verlängert hatte, blieb unauffällig.
„Das war schwer, aber wir sind sehr glücklich, dass wir die nächste Runde erreicht haben“, sagte Johannesson bei Sky. Ein Klassenunterschied war am Montag kaum zu sehen – im Gegenteil: David Abrangao (18.) schockte den FC mit seinem frühen Treffer. Doch auf Johannesson war Verlass. Der Isländer drehte das Spiel mit seinen Toren (62., 77.) zugunsten der Kölner, die trotz aller spielerischer Mängel immerhin Moral bewiesen.
Der VfL Wolfsburg hat sich derweil bei der Berlin-Rückkehr von Fabian Reese gerade noch in die zweite Runde gerettet. Im Amateurstadion von Reeses ehemaligem Klub Hertha BSC gewann der Bundesliga-Absteiger aus Niedersachsen im Elfmeterschießen mit 6:5 (0:1, 2:2, 3:3) gegen den Fußball-Regionalligisten VSG Altglienicke.
Kilian Fischer verwandelte den entscheidenden Strafstoß. Zuvor hatte unter anderem Reese, der 69 Tage nach seinem vieldiskutierten Wechsel aus der Hauptstadt zum VfL bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde, verschossen. VfL-Torwart Jakub Zielinski, der in der regulären Spielzeit schwer gepatzt hatte, parierte zweimal.
In einem echten Pokalfight liefen die Wolfsburger dreimal einem Rückstand hinterher. Jonas Nietfeld (6. Minute), Jonas Saliger (71.) und Mehmet Ibrahimi (109.) trafen vor 5.000 Fans für die VSG. Maximilian Arnold (55. und 83.) und Hauke Wahl (117.) nach Vorlage von Reese glichen jeweils aus. Auch im Elfmeterschießen stand Wolfsburg schon vor dem Aus, ehe die Amateure doch noch zwei Elfmeter verschossen.
