Der US-Geheimdienst CIA hat zum 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September bisher unter Verschluss gehaltene Berichte aus den drei Jahren vor den Anschlägen freigegeben. Veröffentlicht wurden am Freitag 70 CIA-Berichte an die ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush. Sie zeigen erneut, dass Agenten bereits Jahre vor den Anschlägen vor dem Terrornetzwerk Al-Kaida und seinem Gründer Osama bin Laden warnten. Allerdings seien diese Informationen »spärlich, vage und unvollständig« gewesen, sagte die CIA.
In einem Bericht an Clinton vom 10. September 1998 heißt es, Al-Kaida »könnte ein mit Sprengstoff beladenes Flugzeug in eine US-Stadt fliegen«. In einem weiteren Bericht vom 4. Dezember 1998 ist zu lesen, Bin Laden und seine Verbündeten bereiteten Anschläge in den USA vor, »darunter die Entführung eines Flugzeugs«.
Die nun freigegebenen Dokumente sind teilweise geschwärzt, um Informanten zu schützen. Bereits 2004 hatte eine von Präsident George W. Bush eingesetzte Kommission dem Auslandsgeheimdienst CIA Versäumnisse bescheinigt, darunter eine mangelhafte Informationsweitergabe an die Bundespolizei FBI über die Terrorverdächtigen.
Angehörige fordern Untersuchungen
Am 11. September 2001 hatten Al-Kaida-Mitglieder in den USA Passagierflugzeuge gekapert und sie in das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington gesteuert. Eine vierte Maschine, die offenbar das Kapitol oder das Weiße Haus treffen sollte, stürzte in einem Feld ab, weil sich Passagiere zur Wehr setzten. Insgesamt starben 2.977 Menschen. In New York wird an diesem Wochenende in mehreren Gedenkfeiern an die Opfer des Terroranschlags erinnert.
Während einer Gedenkzeremonie in New York wandten sich Angehörige in ungewöhnlichen Abweichungen vom Redeskript direkt an US-Präsident Donald Trump und die US-Regierung und forderten, mögliche Verbindungen von Saudi-Arabien zu den Terroranschlägen erneut zu untersuchen und entsprechende Dokumente transparent zu machen. Schon seit Jahren laufen auch entsprechende Klagen von Angehörigen vor Gericht. Saudi-Arabien bestreitet jede Beteiligung, und in offiziellen Untersuchungen konnten keine Beweise dafür gefunden werden.
