Sachsens DGB-Chefin Daniela Kolbe lehnt eine Streichung des 1. Mai als Feiertag ab. Mit Rezepten aus der neoliberalen Mottenkiste ließen sich die Herausforderungen von heute nicht bewältigen, sagte die Vorsitzende Deutschen Gewerkschaftsbundes im Freistaat.
Aus der Wirtschaft und auch der Politik wird immer wieder der Vorschlag geäußert, Feiertage zu streichen, um das Bruttoinlandsprodukt zu erhöhen. Es müsse vielmehr ein «Zukunftspakt für gute sichere Jobs» her, sagte Kolbe.
Die Lage in Deutschland sei ernst. «Viele Beschäftigte machen sich berechtigte Sorgen um ihre Jobs, steigende Preise, die soziale Sicherheit und ihre Rente.» Zugleich erlebe man Angriffe auf die Rechte der Beschäftigten, die soziale Absicherung und die Absicherung im Alter.
DGB: Beschäftigte haben die Krise nicht verursacht
Für die Gewerkschaft sei allerdings klar, dass die Beschäftigten die Krise nicht verursacht hätte. «Wir lassen nicht zu, dass sie die Zeche zahlen. Nicht mit längeren Arbeitszeiten, nicht mit weniger Lohnfortzahlung oder einem Karenztag im Krankheitsfall, nicht mit einer mickrigen Basisrente und auch nicht mit der Abschaffung des 1. Mai als Feiertag», sagte Kolbe.
Der DGB hat zum 1. Mai zu 18 Demonstrationen und Kundgebungen in Sachsen aufgerufen. Nach Angaben des Gewerkschaftsbundes beteiligten sich daran bis zum frühen Nachmittag rund 26.000 Menschen. Das seien rund 3.000 mehr als 2025 gewesen.
«Die starke Beteiligung an unseren Veranstaltungen zum heutigen Tag der Arbeit zeigt: Die Beschäftigten nehmen die fortlaufenden Angriffe auf ihre Rechte nicht einfach hin, sondern sind kampfbereit. Die Politik sollte sich die Bilder von heute merken», erklärte Kolbe.
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