
Bei einem Wildunfall auf der A19 in Mecklenburg-Vorpommern ist in der Nacht ein Wolf gestorben. Kurz nach der Anschlussstelle Glasewitz bei Güstrow (Landkreis Rostock) habe der Wolf die Fahrbahn in Richtung Berlin überquert, teilte die Polizei mit. Eine 37-jährige Autofahrerin habe einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern können. Der Wolf starb noch vor Ort, die Fahrerin blieb unverletzt.
In Mecklenburg-Vorpommern lebten nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums im vergangenen Jahr 28 Wolfsrudel nach 19 im Jahr davor.
Verkehrsunfälle sind nach Angaben des Bundesdokumentations- und Beratungszentrums des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) die häufigste Todesursache der Tiere in Deutschland. Vor allem Jungtiere legen auf der Suche nach einem eigenen Revier lange Wanderungen quer durch die Republik zurück. Sie müssen dabei unter anderem auch Straßen wie Autobahnen überqueren. Seit dem Jahr 2000 wurden demnach 1365 tote Wölfe registriert, davon starben 1022 durch Unfälle.
Kritik an neuem Jagdgesetz
Weil die Zahl der Wölfe und damit die Zahl der gerissenen Weidetiere steigt, sollen die Tiere nach einer Änderung des Bundesjagdgesetzes leichter zu jagen sein. In Mecklenburg-Vorpommern gab es 2025 nach Behördenangaben 77 mutmaßliche Wolfsangriffe auf Weidetiere – dabei wurden 424 Tiere getötet und 39 verletzt.
Mecklenburg-Vorpommern hält das neue Bundesjagdgesetz jedoch für nicht geeignet, um wirksam gegen den Wolf vorzugehen. Für den Abschuss des Raubtiers gebe es einander widersprechende Regelungen im Bundesjagdgesetz und im Bundesnaturschutzgesetz – und für einen Vorrang des Jagdgesetzes fehle eine klare Regelung, hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) kritisiert. Er rechne fest mit Klagen gegen das neue Gesetz, erklärte er.
