Die „Verdammten Kaninchen“ haben es geschafft. Spanien ging zwar bei der Oscar-Verleihung leer aus, aber dafür hatte ein spanischer Rotwein einen großen Auftritt beim amerikanischen Gewinner-Film „One Battle After Another“. In gleich zwei Großaufnahmen ist eine Flasche des spanisch-deutschen Weinguts aus der Gegend von Toledo zu sehen. Auf dem Etikett stiehlt sich ein Kaninchen mit einer Weinrebe davon.
„Als wir vor Kurzem ein Interview mit einem spanischen Sender hatten, brach unser Onlineshop zusammen“, sagt Alexandra Schmedes am Telefon am Mittwoch der F.A.Z. – während parallel gerade eine Bestellung von den Kanaren hereinkommt. 1999 hatte die deutsche Winzerin zusammen mit ihren beiden spanischen Kollegen in dem Dorf Cabañas de Yepes die „Bodegas Más Que Vinos“ gegründet.

Vor den Oscars orderten die Händler kräftig nach
Sie exportieren traditionell viel in die USA, besonders nach Kalifornien. Von dort kam schon im vergangenen Oktober die erste Welle, als die Actionkomödie mit Leonardo DiCaprio und Sean Penn in den USA in den Kinos anlief. Vor der Oscar-Verleihung orderten die Händler noch einmal kräftig nach, weil der Film als Favorit galt.
Jetzt erreicht der Hype Spanien, wo das kleine, unkonventionelle Weingut bisher nur gut 15 Prozent seiner jährlich 180.000 Flaschen absetzt. Zusammen mit amerikanischen Kunden sei man auf die Idee für den Tempranillo gekommen, sagt Schmedes. Bei einer Führung durch die Weinberge hatten die Winzer über die kleinen Räuber geklagt, die eine Vorliebe für die jungen Triebe an den Weinstöcken mit alten Reben haben. Aus ihnen wird „Los Conejos Malditos“ gemacht – mit einem humorvollen Etikett, das ein bekannter Karikaturist entworfen hat, der auch für die „New York Times“ zeichnet: An einen Weinstock gefesselt prangt darauf ein rauchendes Gangster-Kaninchen. Aus der ökologisch produzierten und in Amphoren gelagerten Serie gibt es auch einen Weiß- und einen Roséwein.
Für die Winzer ist es ein Segen, denn seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus ist das USA-Geschäft unberechenbar und durch die Zölle teuer geworden. Dazu kommt jetzt das Interesse stolzer Spanier und vieler Medien an dem Wein, der den „Sprung nach Hollywood“ schaffte – oder, so beschreibt es Cadena Ser, der größte Rundfunksender: „Wie man aus einer Plage einen Bestseller macht.“
