Der Blick ins Depot bereitet Bitcoin-Anlegern derzeit keine Freude. Innerhalb eines Monats hat die Kryptowährung um 30 Prozent an Wert verloren, besonders in den vergangenen Tagen ging es kräftig nach unten. Vom Höchststand von 120.000 Dollar ist Bitcoin weit entfernt.
Dass Bitcoin eine riskante Form der Geldanlage ist, dürfte inzwischen jeder wissen. Der Kurs hängt davon ab, ob genügend Menschen bereit sind, der Kryptoanlage einen Wert zuzuschreiben. Das galt, als Bitcoin 2009 entstand, und das gilt heute. Vieles aber hat sich verändert. Immer mehr professionelle Investoren sind in den Markt eingestiegen, große Vermögensverwalter wie Blackrock haben eigene ETF aufgelegt. Sie haben zusätzliche Liquidität, also frisches Geld, in den Markt gebracht.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Daraus ergibt sich nun aber ein Problem: Profis gehen mit Risiken anders um als die Bitcoin-Fans der ersten Stunde. Sie achten stärker auf die Entwicklung der Zinsen. Sind die Zinsen hoch, erscheinen andere Anlageklassen attraktiver. In den USA geht man davon aus, dass der künftige Notenbankchef Kevin Warsh die Zinsen eher hoch halten wird, was den Bitcoin-Kurs fallen ließ. Auch gibt es für Profis strengere Vorgaben, wann Positionen bei Verlusten verkauft werden müssen. Hinzu kommt die Enttäuschung darüber, dass Präsident Donald Trump seine großen Ankündigungen für Bitcoin noch nicht umgesetzt hat. Er versprach klare und lockere Kryptoregeln.
Ziehen die Profis ihr Geld ab, wie es gerade der Fall ist, sinkt die Liquidität im Markt, und Kursschwankungen werden stärker. Von der einstigen Euphorie ist gerade nicht viel übrig, der Bitcoin-Kurs ist zurück auf dem Niveau von Trumps Amtsantritt. Viele dachten: Wenn institutionelle Investoren in den Kryptomarkt kommen, wird Bitcoin stabiler. Das war ein Fehlschluss.
