
Draußen fährt das erste Taxi vor. Es ist kurz vor halb sieben. Drinnen verstummen die Gespräche, Blicke wandern in Richtung Eingang – und meiner zu Christian Geisler. „Das war das Training, jetzt kommt das Spiel“, sagt der Küchenchef. Für ihn ist dieser Samstagabend einer von vielen. Ich hingegen stehe hier zum ersten Mal – in einer Sterneküche, wo ich den Koch mime, ohne Ausbildung. Während alle um mich herum die ersten Gäste freundlich begrüßen, bleibe ich stumm und denke nur eines: Hoffentlich ruiniere ich diesen Abend nicht.
Am Vormittag desselben Tages sitze ich im Zug nach Salzburg: Berge und Seen rauschen an mir vorbei, und mich überkommt das Gefühl, schrecklich unvorbereitet zu sein. Ein Tag in der Sterneküche, ohne dass mich dazu irgendetwas befähigen würde, außer einem Faible für gutes Essen. Nicht einmal das Zwiebelschneiden, schön gleichmäßig und schnell, habe ich zu Hause geübt oder mir wenigstens ein paar Küchentricks aus Youtube-Videos abgeschaut.
„Das war das Training, jetzt kommt das Spiel.“
CHRISTIAN GEISLER, Küchenchef
