Das Wichtigste für Sie am Freitag und am Wochenende:
- Straße von Hormus: Wie Schiffe geschützt werden sollen
- Wie lässt sich der Druck auf Russland erhöhen?
- Letzter Stimmungstest in Frankreich vor der Präsidentschaftswahl
- Die Bürger in Hessen wählen
- Schreibt Ryan Coogler Oscar-Geschichte?
- Heikle Fragen bei der ZDF-Intendantenwahl
- Shirin David bei Netflix – Die Sängerin und über den perfekten Schein

1. Straße von Hormus: Wie Schiffe geschützt werden sollen
Irans neuer geistlicher Führer, Modschtaba Khamenei, will die Blockade der Meerenge fortsetzen. Die G-7-Staaten wollen Schiffe eskortieren.
Rache: In seiner ersten Stellungnahme schwor Khamenei Vergeltung für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. „Auch muss weiterhin der Hebel der Blockierung der Straße von Hormus genutzt werden“, sagte der Geistliche laut einer Erklärung, die im Staatsfernsehen verlesen wurde.
Vorbild: Vorbild soll die EU-Mission Aspides sein. Im Rahmen dieser Mission operieren seit 2024 Kriegsschiffe im Seegebiet zwischen dem Golf von Oman, dem Golf von Aden und dem Roten Meer, um Handelsschiffe zu beschützen. Dort bedroht die mit Israel verfeindete und von Iran unterstützte Huthi-Miliz die Schifffahrt. Für den geplanten Einsatz an der Meerenge von Hormus wären nach Einschätzung von Fachleuten aus Brüssel jedoch deutlich mehr Kriegsschiffe nötig.

2. Wie lässt sich der Druck auf Russland erhöhen?
Diplomatie: Für die kommende Woche haben die USA eine neue Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Russland vorgeschlagen. Heute wollen Emmanuel Macron und Wolodymyr Selenskyj abermals darüber sprechen, wie sich mit diplomatischen Bemühungen der russische Angriffskrieg beenden lässt. Zudem soll es darum gehen, wie Russland davon abgehalten werden kann, mit seiner Schattenflotte Sanktionen zu umgehen. Vor dem Treffen forderte Selenskyj abermals, die USA sollten den Druck auf Russland erhöhen.
Pipeline-Streit: Die Pipeline ist nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt worden. Ungarn und die Slowakei hegen daran Zweifel und werfen Kiew vor, Schäden als Vorwand dafür zu nutzen, um die Leitung stillzulegen. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, eine eigene Untersuchungsdelegation zu schicken – bekam nach eigenen Angaben aber bisher keine Antwort aus Kiew.

3. Letzter Stimmungstest in Frankreich vor der Präsidentschaftswahl
Die Franzosen wählen in zwei Runden neue kommunale Vertreter. In Le Havre fällt eine Vorentscheidung für die Präsidentschaftswahl. Und in Paris sagt Anne Hidalgo Au revoir.
Präsidentschaftskandidatur: In Le Havre entscheidet sich zudem, ob der bislang aussichtsreichste Bewerber der bürgerlichen Mitte, Édouard Philippe, im Frühjahr 2027 für das Präsidentenamt antreten wird. Philippe ist Bürgermeister der Hafenstadt und war von 2017 bis 2020 französischer Premierminister. Sollte er scheitern, will er sich nicht um das höchste Staatsamt bewerben. Auch für Philippes 2021 gegründete Partei Horizons ist es ein wichtiger Test. Sie versteht sich als bürgernahe Alternative zu Emmanuel Macrons Regierungspartei Renaissance.
Wer gewinnt in Paris? Ein Wechsel steht in Paris an: Die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die mit ihrer grünen Politik international bekannt ist, tritt nicht mehr an. Nachfolgen möchte ihr Édouard Grégoire. Er stand als Nummer zwei im Schatten Hidalgos und will die Politik der klimafreundlichen Stadt fortsetzen. In Umfragen liegt er vorn.

4. Die Bürger in Hessen wählen
4,8 Millionen Hessen sind am Sonntag zur Kommunalwahl aufgerufen – mit mehr Stimmen als bei allen anderen Wahlen.
Wer wird gewählt? Laut Landeswahlleitung geht es um die Mandate in den 21 Kreistagen sowie den kommunalen Parlamenten von 421 Städten und Gemeinden. Hessens größtes Kommunalparlament ist die Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt mit 93 Abgeordneten. Zudem sind rund ein Dutzend Bürgermeisterwahlen geplant. Eine Fünfprozenthürde gibt es nicht.
Frankfurt: Im Frankfurter Stadtparlament könnte sich einiges ändern. Aktuell regiert eine Koalition aus Grünen, SPD und Volt, die 2021 ursprünglich als Viererbündnis mit der FDP angetreten war. Vier Wochen vor der Wahl gaben 24 Prozent der Befragten in einer Forsa-Umfrage an, die CDU wählen zu wollen, 20 Prozent nannten die SPD und 19 Prozent die Grünen. Volt liegt demnach bei drei Prozent. Die AfD kommt auf elf, die Linke auf zwölf Prozent.
Kumulieren und Panaschieren: Wahlberechtigte können ganze Listen ankreuzen, sie können davon aber auch einzelne Kandidaten streichen. Außerdem ist das Häufeln oder Kumulieren von Stimmen zulässig. Auch das Verteilen der Stimmen an Bewerber verschiedener Listen, also Panaschieren, ist möglich. Frankfurt hat den größten Wahlzettel: 2026 misst das Papier 144 Zentimeter mal 60 Zentimeter und ist damit 20 Zentimeter breiter als vor fünf Jahren.

5. Schreibt Regisseur Ryan Coogler Oscar-Geschichte?
Die meisten Nominierungen in der Geschichte des wichtigsten Filmpreises hat Cooglers Film „Blood & Sinners“ bereits eingeheimst.
Rekord: Mit 16 Nominierungen und damit mit so vielen wie noch kein Film vor ihm geht das Vampir-Südstaatendrama „Sinners“ (dt. Titel „Blood & Sinners“) des afroamerikanischen Regisseurs Ryan Coogler als absoluter Favorit ins Rennen um die Oscars. Coogler kann zudem auf die Auszeichnung als bester Regisseur hoffen und wäre damit der erste Schwarze, der den Preis erhält.

Vampire gegen Rebellen: Mit „Blood & Sinners“ und dem satirischen Action-Thriller „One Battle After Another“ liefern sich am Sonntagabend (Ortszeit, Montagfrüh mitteleuropäischer Zeit) im Dolby Theatre vermutlich zwei sehr unterschiedliche Produktionen das Rennen um den Oscar für den besten Film. Letzerer ist in 13 Kategorien nominiert. Um die Darsteller-Preise konkurrieren Stars wie Michael B. Jordan und Leonardo DiCaprio sowie Emma Stone und Jessie Buckley. Buckley wird als mögliche Favoritin bei den Darstellerinnen gehandelt. Die Irin ist im Shakespeare-Drama „Hamnet“ zu sehen, das in acht Kategorien nominiert ist.
Shakespeare-Tourismus: Dass „Hamnet“ erfolgreich ist, ist auch in den Shakespeare-Gedenkstätten in der englischen Stadt Stratford-upon-Avon zu spüren. Die Besucherzahlen seien seit der Veröffentlichung des Films um 15 bis 20 Prozent gestiegen, sagte Richard Patterson vom Shakespeare Birthplace Trust. Besonders Shakespeares Geburtshaus und das Landhaus seiner Ehefrau Anne Hathaway, einer der Schauplätze des Films, zögen die Touristen an.
Empfehlungen der Redaktion

6. Heikle Fragen bei der ZDF-Intendantenwahl
Der ZDF-Intendant Norbert Himmler steht vor seiner Wiederwahl. Auf der Tagesordnung steht der Umgang des Senders mit KI-Bildern.
Konkurrenzlos: Himmler tritt bei der heutigen Abstimmung ohne Gegenkandidaten an, insofern kann er der Wahl gelassen entgegenblicken. Bei seiner ersten Wahl im Juli 2021 war Himmler noch gegen die Leiterin der ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel, angetreten und hatte sich erst im dritten Wahlgang durchgesetzt.
KI-Fakes: Vor der Abstimmung soll es um den Beitrag mit KI-Fake-Aufnahmen im „heute journal“ vom 15. Februar 2026 gehen. Darin waren Einsätze der US-Migrationsbehörde ICE thematisiert und ohne ausreichende Kennzeichnung KI-generierte Bilder eingebaut worden. Der Umgang mit dem Fall erschütterte das ZDF und warf Fragen zu den journalistischen Standards des Senders auf.
Folgen: Himmler hatte zunächst geschwiegen und sich dann so geäußert: „Wir dürfen nur Bilder verwenden, deren Herkunft wir zweifelsfrei benennen können. Und wenn wir es nicht genau wissen, müssen wir das sagen, dann müssen wir das kennzeichnen oder am allerbesten: bleibenlassen.“ ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten kündigte unter anderem zusätzliche, verpflichtende Schulungen an.

7. Shirin David bei Netflix – Die Sängerin über den perfekten Schein
Wie geht die Sängerin mit Erfolg und dem Leben in der Öffentlichkeit um? Shirin David präsentiert sich in „Barbara – Becoming Shirin David“ als Perfektionistin ohne Privatleben.
Sieben Nummer-eins-Hits: Mit 19 veröffentlicht sie ihr erstes Youtube-Video, hat Erfolg und entscheidet sich später dazu, eine Rap-Karriere zu starten. Heute gehört David mit sieben Nummer-eins-Hits zu den erfolgreichsten deutschen Sängerinnen. Wie sich ihr Leben seitdem verändert hat, will sie von heute an beim Streaminganbieter Netflix zeigen.
Herkunft: Barbara Shirin Davidavičius wuchs sie mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester in Hamburg auf. Viel Zeit verbrachte sie auch in Litauen, der Heimat ihrer Mutter. Der iranische Vater verließ die Familie, bevor ihre Schwester geboren wurde.
Spagat: Der Film zeigt, wie David versucht, die öffentliche Shirin und die private Barbara unter einen Hut zu bekommen. Wobei sie ein Privatleben demnach nicht mehr hat: „Ich habe keine sozialen Kontakte“, sagt die Dreißigjährige. Und: Der Preis für dieses öffentliche Leben, das sie führe, sei, „dass du keinen Raum dafür hast, unperfekt zu sein“. Auch Hasskommentare im Netz und ihre Außenseiterrolle in der Schule macht die Sängerin zum Thema.
Die Nacht in Kürze
Auto rast in US-Synagoge – war es ein gezielter Gewaltakt? Nach der Fahrt eines Autos in eine Synagoge in den USA ermittelt das FBI wegen des Verdachts eines gezielten Gewaltakts gegen die jüdische Gemeinschaft.
