
Nach einem unbeständigen und teils stürmischem Wochenstart mit Schauern, Gewittern und sogar Schnee in höheren Lagen soll sich das Wetter in Deutschland ab Mittwoch beruhigen. Pünktlich zum Start in den April setzt sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit „Peter“ ein Ableger des Azorenhochs durch, das für stabilere Verhältnisse sorgt. Zum Start in den April „endet auch schon wieder das launische Aprilwetter“, teilte der DWD mit.
Mit dem Hochdruckeinfluss lässt der Zustrom kalter Polarluft nach, stattdessen gelangt wieder mildere Luft nach Deutschland. Zwar kann sich der Tag zunächst noch zögerlich zeigen: Vor allem am Morgen halten sich teils dichte Nebel- und Hochnebelfelder. Im Tagesverlauf lockert es jedoch vielerorts auf. Dann sind bei Höchstwerten von bis zu 15 Grad auch wieder längere sonnige Abschnitte möglich.
„Nur im Süden und an den Alpen ist es längere Zeit bewölkt, bevor Frau Holle endgültig den Betrieb einstellt“, teilte der DWD weiter mit. Dort klingt das winterliche Wetter erst allmählich ab. In den Nächten kann es zudem noch mal frostig werden.
Zuvor sorgt Tief „Odile“ noch bis Dienstag für typisches Aprilwetter mit Regen-, Graupel- und Schneeschauern sowie teils stürmischen Böen. Besonders in den höheren Lagen bleibt es bis Dienstag unbeständig, an den Alpen fällt weiter Schnee.
Stürmisches Wetter sorgt in Teilen von NRW für Chaos
In Nordrhein-Westfalen führte der starke Wind bereits zu zahlreichen Einsätzen. Bäume stürzten auf Straßen und Bahnstrecken und behinderten den Verkehr. Den folgenschwersten Unfall gab es am Niederrhein, wo in der Nacht ein Baum auf die Bahnstrecke zwischen Mönchengladbach und Köln stürzte. Als am frühen Morgen der mit 30 Fahrgästen besetzte RB27 fuhr, kam es in der Nähe des Bahnhofs Rheydt-Odenkirchen zur Kollision.
Die Menschen im Zug seien unverletzt geblieben, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Allerdings konnte die Bahn nicht weiterfahren, sodass die Feuerwehr die Fahrgäste aus dem Zug holen musste. Die Oberleitung wurde durch den Baum laut Bahn stark beschädigt. Das Unternehmen hoffte aber, dass die Strecke am Dienstag wieder für Züge freigegeben werden kann.
Auch in anderen Teilen des Landes meldeten Polizei und Feuerwehr zahlreiche Einsätze wegen umgestürzter Bäume, herabfallender Äste und beschädigter Autos. Betroffen war vor allem ein Streifen vom Rheinland bis ins Bergische Land. Der DWD warnte bis Montagabend vor Windböen, im Bergland auch stärkeren.
Laut DWD sind noch bis Montagabend in ganz Nordrhein-Westfalen Windböen bis Stärke 7 möglich. Im Bergland könne es Böen mit Windstärke 8 geben. Landesweit galt die niedrigste Unwetter-Warnstufe.
März war insgesamt sonnig und mild
Trotz des spätwinterlichen Endes war der März in Deutschland außergewöhnlich sonnig, sehr mild und niederschlagsarm, wie der DWD am Montag außerdem mitteilte. Insbesondere in der ersten Monatshälfte war es so mild wie typischerweise Mitte April. Die Durchschnittstemperatur lag im März bei 6,3 Grad Celsius. Damit lag der Wert um 2,8 Grad über jenem der Referenzperiode 1961 bis 1990 und 1,7 Grad über der Vergleichsperiode 1991 bis 2020.
Der Höchstwert von 19,9 Grad Celsius wurde am 7. März im südhessischen Michelstadt im Odenwald gemessen. Besonders kalt war es am 28. März im bayerischen Oberstdorf mit minus 15,5 Grad über frisch gefallenem Schnee.
Mit rund 195 Stunden schien auch die Sonne im März besonders oft. Das langjährige Mittel von 111 Stunden wurde um 75 Prozent überboten.
Aufgrund anhaltenden Hochdruckwetters gab es auch wenig Niederschläge. Im Schnitt wurden 37 Liter pro Quadratmeter gemessen, was einem Minus von gut 35 Prozent gegenüber den Referenzperioden entspricht. Besonders trocken fiel der März im Osten aus. Die Waldbrandgefahr erreichte daher bereits früh im Jahr die Stufe vier von fünf.
