
Energiemanagement heißt auch bei BMW Hybridisierung – auf lange Sicht sogar mit zusätzlichen Elektromotoren.
Was ab 2007 in Serie geht, ist eine Vorstufe mit beträchtlichem Effekt. So sorgt eine intelligente Generatorregelung (IGR) einerseits dafür, dass die Batterie nicht in Beschleunigungsphasen geladen wird, so dass keine Motorkraft für den Vorwärtstrieb verloren geht. Umgekehrt wird somit Bremsenergie, die sonst sinnlos die Bremsscheiben heizt, zur Batterieladung genutzt, also quasi zurückgewonnen. Das spart in Summe weitere fünf Prozent Sprit.
Kluge Nebenaggregate
Zu diesem Konzept passt die elektrische Wasserpumpe (mit dem Valvetronic-Sechszylinder eingeführt) und neu bei BMW ab 2007 eine elektrische Servolenkung, die nur Energie verbraucht, wenn sie im Einsatz ist. Die bislang verwendete hydraulische Servopumpe hingegen muss der Motor ständig antreiben. Nach ähnlichem Prinzip arbeitet künftig auch der Klimakompressor, der bei Nichtgebrauch komplett abgekoppelt wird. Selbst die Motorkühlung schalten die Bayern ab, wenn sie nicht notwendig ist: Die Kühlluftöffnungen an der Fahrzeugfront schließen sich dann und verbessern so die Aerodynamik.
Alte Idee endlich in Serie
Fehlt noch, was Spritsparer besonders ärgert: sinnloser Motorleerlauf im Stand. Deshalb will BMW bereits in sechs bis neun Monaten auch eine Start-Stopp-Automatik in Serienversion bringen und sukzessive über alle Modelle ausrollen. Einsparpotenzial im gemischten EU-Zyklus: 0,5 Liter (bei einem 3er). Im Stadtverkehr dürfte die Ersparnis deutlich höher sein.
Weniger für alle statt alles für einen
Für das skizzierte Gesamtpaket verspricht BMW 25 Prozent weniger Benzinverbrauch und zehn Prozent mehr Dynamik – ab 2007 und auf Basis der Motorengeneration ohne Valvetronic. Besonderen Wert legen die Bayern auf die Feststellung, dass die Einsparungen für die gesamte Modellpalette möglich sind – und binnen etwa zwei Jahren auch realisiert werden. Das, so betonen die Münchner, ist der große Vorteil der vergleichsweise bescheidenen Innovationstiefe, aber großer -breite: Sie wirken schnell auf den Flottenverbrauch und nicht auf einzelne besonders innovative Nischenmodelle. Damit sei der Gesamteffekt deutlich größer als beispielsweise der eines besonders ehrgeizigen Modells mit Vollhybrid. Und für die Erfüllung der freiwilligen Selbstbeschränkung auf 140 g Co2 mehr erreicht.
