
Gebühren können die staatlichen Zuschüsse bei geförderten Altersvorsorgedepots mehr als aufzehren. Das hat das Vergleichs- und Maklerportal Verivox errechnet. Zwar hat der Bundestag in seiner Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge beschlossen, dass geförderte Altersvorsorgedepots nicht mehr als ein Prozent jährlicher Kosten verursachen dürfen. Aber schon dieser vergleichsweise niedrig anmutende Kostenanteil reicht aus, dass geförderte Altersvorsorgedepots schlechter abschneiden als Sparen mit einem kostenfreien Depot ganz ohne jede Staatsförderung, so Verivox.
Zum Nachweis führte das Vergleichsportal zwei Modellrechnungen durch. Methodisch basieren beide darauf, dass eine konstante Rendite von 7,5 Prozent im Jahr unterstellt wird, was der historischen Durchschnittsrendite des MSCI World abzüglich marktüblicher ETF-Gebühren entspricht. Steuern hat Verivox in der Betrachtung unberücksichtigt gelassen.
Beim geförderten Altersvorsorgedepot mit einer Kostenquote von einem Prozent hätte ein heute 45-Jähriger bis zum Renteneintritt rund 111.000 Euro Vermögen angespart. Zwar bringe ihm das über 13.000 Euro mehr Vermögen ein, als hätte er auf die staatliche Förderung verzichtet. Auf der anderen Seite summieren sich die Kosten von einem Prozent in der 22-jährigen Sparphase auf 16.000 Euro.
Die Kosten der geförderten Altersvorsorgedepots fallen umso mehr ins Gewicht, je eher mit der privaten Vorsorge für das Alter begonnen wird. In den verbleibenden 42 Jahren bis zur Rente würde ein heute 25-Jähriger bei einem Prozent jährlichen Kosten insgesamt 480.000 Euro Vermögen ansparen. Das sind rund 16.000 Euro weniger als beim Sparen ganz ohne Förderung mit einem kostenfreien Wertpapierdepot, ergibt die Modellrechnung von Verivox.
Gebühren steigen, je länger gespart wird
Die Kosten der von Banken wie auch Versicherern angebotenen Altersvorsorgedepots schrecken offenbar viele potentielle Kunden ab. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) separat auf Basis von kürzlich veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes mitteilte, nimmt die Bedeutung kapitalbildender Lebensversicherungen ab. 28 Prozent der Deutschen schlossen eine solche 2023 ab, statt 32 Prozent 2018. Die Behörde führt die Erhebung alle fünf Jahre durch. Auch staatlich geförderte Produkte der privaten Altersvorsorge sind leicht rückläufig: Riester- und Basis-Rentenversicherungen liegen bei 27 Prozent, im Vergleich zu 28 Prozent fünf Jahre zuvor.
Gegen Alltagsrisiken sind die Deutschen deutlich besser abgesichert. Die private Haftpflichtversicherung erreicht mit 90 Prozent den höchsten Wert unter den freiwilligen Versicherungen und wird auch von jüngeren Menschen zunehmend abgeschlossen. Auch Kfz-Versicherungen (81,2 Prozent) und Hausratversicherungen (78 Prozent) sind in Deutschland sehr weit verbreitet.
