
Den derzeit schrägsten Schottenwitz hat der Nordire Martin O’Neill erzählt. Er geht so: „Ich hatte vergangene Nacht eine Séance mit Elvis Presley und Frank Sinatra. Beide waren sehr enttäuscht, weil ich nun öfter Comebacks gegeben habe als sie selbst.“
Zugegeben, richtig lustig wird der Witz erst, wenn man den Hintergrund kennt: nämlich dass der Fußballtrainer O’Neill zum zweiten Mal in nur zehn Wochen zum kriselnden schottischen Serienmeister Celtic Glasgow zurückgekehrt ist. Sein erstes Engagement als Interimstrainer begann Ende Oktober und endete Anfang Dezember, als sich O’Neill trotz sieben Siegen in acht Spielen wieder zurückziehen musste.
Mit seinen 37 Tagen im Amt harrte er vier Tage länger aus als Wilfried Nancy, der danach als Coach verpflichtet, aber zuletzt nach der Derbyniederlage gegen die Rangers wieder entlassen wurde. Zwar ist das Heuern und Feuern von Trainern bei Inselklubs aus London und Manchester gerade angesagt. Doch schießt Glasgow – als Tabellenzweiter! – den Vogel, also quasi das Moorhuhn, ab.
O’Neill, der in den Nullerjahren mit Celtic eifrig Titel sammelte, will sich so ein Hin und Her nicht mehr lange antun: „Bei meinem nächsten Geburtstag werde ich 112“, witzelte der in Echtzeit 73-Jährige. Da schaute so mancher Schotte sparsam.
