
Ein Politiker, der sagt, dass er bereit sei, Verantwortung zu übernehmen, erst für das Land, dann für die Partei, bla, bla, bla, will sagen, dass es höchste Zeit ist, ihm mehr Macht zu geben. Das hört sich aber nicht verantwortungsvoll an, weshalb der machiavellistische Move wäre, es nicht selbst zu sagen, sondern es sagen zu lassen.
Nun ist Manuel Neuer nicht der Machiavelli unter den deutschen Fußballspielern, aber seit dem vergangenen Mittwoch, als er im Bernabéu in Madrid mit sensationellen Paraden dem FC Bayern den Sieg in der Champions League gesichert hat, sagen sehr viele, dass Neuer Verantwortung übernehmen sollte, nicht nur für seinen Verein, sondern auch für sein Land.
Als der Torhüter am Samstag nach dem 5:0-Sieg gegen St. Pauli im ZDF auf die Diskussionen über ihn und die Nationalelf angesprochen wurde, sagte er: „Es wird die Weltmeisterschaft geben, aber ich bin jetzt gar nicht da drin, und ich bin auch gar nicht Teil des Ganzen, und deshalb schaue ich das entspannt von außen an.“
Unabhängig davon, wie Neuer darüber denkt, ob er Teil des Ganzen sein sollte, war dieser Satz kein Blabla. Ist damit alles gesagt? Ja, selbst wenn man glaubt, dass er in dem Satz das Wort „jetzt“ mit Absicht gewählt hat.
