Zum Schutz ihrer Tiere vor Angriffen von Wölfen haben rheinland-pfälzische Pferdehalter in den vergangenen fünf Jahren rund 77.500 Euro Landesmittel erhalten. 48 Anträge auf Präventionsmaßnahmen von Pferdhaltern seien seit dem Jahr 2020 bewilligt und fünf abgelehnt worden, berichtete das Umweltministerium. Die Ausgleichszahlung für Übergriffe von Wölfen habe bei 1.723 Euro gelegen.
Attacken auf Pferde durch Wölfe kommen äußerst selten vor. Pferde seien zumeist wehrhaft und gehörten nicht in das Beuteschema von Wölfen, erklärte das Umweltministerium. In Rheinland-Pfalz seien bisher in zwei Fällen durch einen Wolf verursachte Schäden ausgeglichen worden.
Schäden nach Angriffen ausgeglichen
In einem Fall verunglückte demnach ein Pferd an einem Hang und starb an den Folgen des Absturzes. An dem Tier sei eine Wolfs-DNA festgestellt worden. In diesem Fall wurde ein Schadensausgleich gezahlt, da ein Wolf als Verursacher nicht auszuschließen war.
Ein zweiter Fall betraf laut Ministerium einen durch Bisse verletzten Esel. Bei den Bissspuren sei ein Wolf als Verursacher festgestellt worden. Auch in diesem Fall sei der wolfsbedingte Schaden auf Antrag hin ausgeglichen worden. Die betroffenen Tierhalter seien zudem bei der Ergreifung von Herdenschutzmaßnahmen gefördert worden.
Fünf Rudel
Für die Anerkennung eines Wolfsangriffs muss das Raubtier eindeutig als Verursacher eines Angriffs nachgewiesen worden sein. Dies könne durch einen genetischen Nachweis oder visuelle Nachweise mit Foto- oderVideoaufnahmen erfolgen, teilte das Umweltministerium auf eine parlamentarische Anfrage der Freien Wähler mit.
Fast 14 Jahre nach dem ersten Wolfsnachweis nach mehr als 100 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz waren zuletzt fünf Rudel ganz oder teilweise im Land etabliert. Die fünf Rudel bestehen nach jüngsten Angaben aus dem Ministerium aus neun erwachsenen Wölfen und ihren Jungen.
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