
Mit der Devise „Einfach mal machen“ kann man weit kommen. Heute werden Start-ups gefeiert, die sich mutig mit einer guten Idee ins Getümmel des Marktes stürzen. So hat auch ein kleiner Kreis von Theaterleuten 1987 angefangen, angestiftet und zusammengehalten von Gordon Vajen. Daraus ist 1991, am 1. März, die gemeinnützige GmbH Freies Theaterhaus Frankfurt geworden. Damals gab es in dem früheren jüdischen Gemeindehaus, das zum Theatersaal umgebaut wurde, noch fast alles: textbasiertes Schauspiel und Jazz, Klappmaulpuppentheater und Kabarett.
Heute, 35 Jahre später, hat sich das Haus längst spezialisiert, um mit seinen Stärken auf dem Markt zu bestehen. Ein eigenes Ensemble spielt seit 25 Jahren Kinder- und Jugendtheater, und seit 2003 ist das ganze Haus ausschließlich Spielort für junges Publikum. Und das, was in vielen mittelständischen Unternehmen nicht klappt, ist auch vollzogen: Nach einem sanften Übergang hat die nächste Generation übernommen, eine weibliche Doppelspitze führt die Geschäfte.
Theater, auch das Theaterhaus, das nun Jubiläum feiert, stellen immaterielles Gut her, das man dennoch mit nach Hause tragen kann. Im besten Fall erzeugt Theater einen Mehrwert, unter anderem Bildung und Herzensbildung. Das zu erlangen kostet Geld. Die demokratischen Parteien Frankfurts versichern alle auch diesem Jubilar ihr Wohlwollen. Wie lieb und teuer der Politik gerade die Kunst für Kinder ist, wird sich erst noch zeigen.
