US-Präsident
Donald Trump hat den Auftritt des Latino-Sängers Bad Bunny in der Spielpause
des größten US-Sportevents, Superbowl, verunglimpft. Die Halbzeitshow sei “absolut
fürchterlich” und werde der “Großartigkeit Amerikas” nicht gerecht, schrieb
Trump auf seiner Onlineplattform. Man verstehe kein Wort, und die Tanzeinlagen seien widerlich,
fügte Trump hinzu.
Bad Bunny, ein gebürtiger Puertoricaner, hatte
ausschließlich auf Spanisch gesungen – ein Novum für die traditionsreiche Halbzeitshow. Sein Auftritt hatte schon im Vorfeld eine Kontroverse in den USA geschürt. Bad Bunny gilt als vehementer Kritiker der Abschiebepolitik der US-Regierung und der rigorosen Einsätze der
Einwanderungsbehörde ICE.
Der Sänger, der mit
bürgerlichem Namen Benito Antonio Martínez Ocasio heißt, betrat die Bühne am
Sonntagabend US-Zeit in einem ganz in Weiß gehaltenen Footballtrikot mit
seinem echten Nachnamen. Im Hintergrund leuchtete auf einer Leinwand der Schriftzug: “Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe.” Außerdem hielt Bad Bunny einen Football mit der Aufschrift “Gemeinsam sind wir Amerika” in die Kamera.
Das einzige Lied
auf Englisch kam von Popstar Lady Gaga, die der Sänger zu einem Gastauftritt
auf die Bühne holte. Beide inszenierten sich als Musikbegleitung für eine Hochzeit – und während dieser Szene wurde ein echtes Paar auf der Bühne getraut. Anschließend tanzten Gaga und Bad Bunny gemeinsam zum Song Baile Inolvidable. Lady Gaga hatte ihre eigene
Superbowl-Halbzeitshow im Jahr 2017.
Trump nennt Show einen “Schlag ins Gesicht”
Erst am Ende seiner Show wechselte Bad
Bunny ins Englische, als er sagte: “God Bless America” (“Gott segne Amerika”)
und dann Länder aus der Karibik sowie Zentral- und Südamerika aufzählte. “Und
mein Mutterland, Puerto Rico.”
Die Show sei ein “Schlag ins Gesicht” für das ganze Land, kritisierte US-Präsident Trump. Er finde an der Show nichts
Inspirierendes, schrieb er weiter. Trump war, anders als beim vergangenen Mal, nicht persönlich zum Superbowl erschienen. Er hatte Bad Bunny bereits vor dem Finale der nordamerikanischen Footballliga NFL zwischen den Seattle Seahawks
und den New England Patriots im kalifornischen Santa Clara beleidigt.
Der Auftritt beim Superbowl gilt als größte Showbühne des Jahres. Mit
mehr als 100 Millionen Zuschauern allein in den USA sind die kurzen, oft
bombastischen Halbzeitshows häufig populärer als das eigentliche Spiel
und längst zu einem eigenen Kulturphänomen geworden. In Deutschland
wurde das NFL-Finale von RTL übertragen.
Bad Bunny fürchtete Razzien bei seinen Konzerten
Der 31-jährige Bad Bunny gehört zu den am meisten gestreamten
Künstlern weltweit. Der Latin-Superstar wurde für Debí Tirar Más Fotos bei der diesjährigen Grammy-Verleihung für das beste Album des Jahres ausgezeichnet. Der Reggaeton-Sänger errang damit einen historischen
Sieg: Zum ersten Mal in der Geschichte der Grammys wurde ein rein
spanischsprachiges Album in dieser Kategorie prämiert.
Bad Bunny war während seiner Welttournee in
keiner US-Stadt aufgetreten, da er mögliche Razzien der ICE bei seinen Konzerten
befürchtet hatte. In Puerto Rico feierten Prominente wie LeBron James oder Penélope Cruz
mit dem Rapper auf der Bühne. Und auch in Santa Clara standen nun Stars
wie Pedro Pascal, Jessica Alba oder Cardi B an seiner Seite.
