In Hamburg haben die Fälle von politisch motivierter Hasskriminalität im vergangenen Jahr erneut deutlich zugenommen. Laut den Senatsantworten auf Schriftliche Kleine Anfragen aus der Linksfraktion in der Bürgerschaft, die die Zahlen Quartalsweise abfragt, wurden 2025 insgesamt 642 Fälle gezählt. In den vier Quartalen des Vorjahres waren es demnach 482 Fälle – ein Anstieg um gut 33 Prozent.
Mit 516 Fällen wurde der mit Abstand größte Teil der im vergangenen Jahr erfassten Taten dem Phänomenbereich PKM rechts zugeordnet – wobei PKM für politisch motivierte Kriminalität steht.
304 Tatverdächtige ermittelt
Im Bereich PKM links gab es 6, im Bereich ausländische Ideologie 86 und im Bereich religiöse Ideologie 10 Fälle. 24 Fälle waren keinem dieser Bereiche zuzuordnen.
304 Tatverdächtige wurden den Zahlen zufolge im vergangenen Jahr ermittelt. 2024 waren es nach Vergleichszahlen der Linken 320 gewesen.
Als politisch motivierte Hasskriminalität im Sinne der Statistik werden Straftaten eingestuft, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sie aufgrund von Vorurteilen verübt wurden.
Linke fordert verstärkte Maßnahmen gegen Rechtsextremismus
Der Innenexperte der Linken, Deniz Celik, verwies darauf, dass nach den von ihm erfragten Daten vor allem die antisemitischen und rassistischen Taten in den vergangenen Jahren zugenommen hätten. Als zentralen Motor dieser Entwicklung machte er rechtsextreme Ideologien, Rassismus, Antisemitismus und Queerfeindlichkeit aus.
«Diese Zahlen sind ein Alarmsignal», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Der Hass kommt nicht aus dem Nichts – er wird politisch geschürt, er wird organisiert, und er kommt überwiegend von rechts.» Wer die offene Gesellschaft verteidigen wolle, müsse den Kampf gegen rechte Netzwerke, Ideologien und Strukturen «endlich mit aller Konsequenz führen».
Deshalb brauche es eine deutliche Intensivierung der Maßnahmen gegen Rechtsextremismus, den Ausbau zivilgesellschaftlicher Initiativen sowie eine nachhaltige Finanzierung von Beratungs- und Opferhilfestrukturen. «Hamburg muss klarstellen: Für rechte Hetze, antisemitische und rassistische Gewalt und queerfeindliche Angriffe ist in unserer Stadt kein Platz», sagte Celik.
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