Die Stabi auf dem Potsdamer Platz ist die gebaute Metapher Berlins, größenwahnsinnig und visionär, labyrinthisch, abgetakelt, heiß geliebt und widerborstig.
An ihr entlang ließe sich eine Geschichte der von der Mauer geteilten Stadt erzählen – absichtlich wurde sie ganz an den Rand der damaligen Zonengrenze gestellt, mit Rücken zum Osten, mitten auf den ehemaligen Verlauf der Potsdamer Straße, damit nichts je wieder werden könnte wie davor. Aber ebenso ist sie ein Lehrstück über alle spektakulären Bauwerke der Menschheit, die halt immer viel größer, teurer und unmöglicher konzipiert sind als alles, was es bis dahin gab: Das gilt genauso für die Pyramiden, die Sagrada Família und die Oper in Sydney, und eines Tages, wartet nur, wird sich der Stuttgarter Bahnhof einreihen.
