Das King’s Gym im Norden Hannovers ist ein Ort für harte Kerle. Fäuste und Knie donnern auf Boxsäcke, an der Wand prangt die Silhouette eines Kämpfers. Hierher geht Yashar G., Staatsanwalt in Hannover, damals 35 Jahre alt, am 17. September 2020 nach Feierabend zum Training.
Ein Gruppenfoto von diesem Tag landet später in einer Ermittlungsakte. Yashar G. steht in der Mitte, mit Gewinnerlächeln, seine Haare schlagen eine gepflegte Welle. Er spricht sechs Sprachen, ist verheiratet, seine Frau ist Anwältin. Seine Kollegen schätzen ihn: Sehr kompetent sei G., engagiert, aufstrebend. Doch begeistert von ihm sind auch mehrere Kriminelle aus dem Drogenmilieu: Sie schreiben in Tausenden Chatnachrichten, die der ZEIT vorliegen, es sei “geil” und “der Hammer”, Yashar G. als Maulwurf in der Justiz zu haben.
