Im Süden Spaniens sind bei einem schweren Eisenbahnunglück mindestens 21 Menschen getötet worden. Das teilte das spanische Innenministerium mit. Unter den Toten ist demnach einer der Lokführer.
Nach Angaben der Bahngesellschaft Adif war ein Hochgeschwindigkeitszug, der von Málaga in die spanische Hauptstadt Madrid unterwegs gewesen war, nahe Adamuz entgleist und auf das andere Gleis geraten. Dort kollidierte er mit einem entgegenkommenden Hochgeschwindigkeitszug, der ebenfalls entgleiste.
Laut der Polizeieinheit Guardia Civil wurden bei der Kollision rund einhundert Menschen verletzt, rund 25 davon schwer. Spanischen Medienberichten zufolge könnten sich 400 Passagiere in den beiden Zügen befunden haben.
Ein Journalist des Senders RNE, der in einem der Züge unterwegs war, sagte, der Aufprall habe sich wie “ein Erdbeben” angefühlt. Passagiere hätten Notfallhämmer benutzt, um Fenster der Waggons einzuschlagen und hinauszukommen.
Dennoch waren noch Stunden nach dem Unfall zahlreiche Fahrgäste in den Zügen eingeschlossen. Die Rettungseinsätze seien aber kurz nach Mitternacht beendet worden, sagte einer der Helfer dem Sender RTVE.
Bahnverkehr bleibt den gesamten Montag unterbrochen
Die Ursache des Unfalls ist bisher unklar. Der Hochgeschwindigkeitszugverkehr zwischen Madrid und Córdoba, Sevilla,
Málaga und Huelva wird laut Bahnbetreiber mindestens den gesamten
Montag unterbrochen bleiben.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez teilte mit, er verfolge die
Lage “mit großer Aufmerksamkeit”. Die spanische Königsfamilie sprach den
Angehörigen der Verstorbenen ihr Beileid aus.
Auch die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sprach den Familien und Angehörigen ihr Beileid aus. “Den Verletzten wünsche ich eine schnelle und vollständige Genesung. In dieser Nacht seid ihr in meinen Gedanken”, schrieb sie auf X.
