»Kannst du mir mehr Zeit auf Spotify geben?« Das ist ein Satz, den ich regelmäßig höre, wenn meine zwölfjährige Tochter mich anruft. Ein großer Teil der Erziehungsarbeit meiner Frau und mir ist mittlerweile, die Bildschirmzeit unseres jüngsten Kindes zu verhandeln, darüber zu argumentieren und zu streiten. Es gibt einen ausgeklügelten Plan, wie lange sich das Kind mit WhatsApp beschäftigen darf, wen sie dort als Kontakt annehmen darf, wie lange sie Musik hören darf und was sie sich im Internet angucken kann. Als Eltern finden wir: je weniger, desto besser. Ich kenne keinen Elternteil, der mit Begeisterung erzählt, wie toll sich sein Kind mit dem Smartphone beschäftigt. Die meisten hätten es lieber, Kinder würden sich mit Büchern und Bällen, als mit Bildschirmen abgeben. Und bei wenigen Themen sind sich Menschen so einig, wie wenn es darum geht, ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren zu verhängen – vor allem Väter und Mütter finden das sinnvoll. Laut einer Umfrage von YouGov befürworten 76 Prozent der Eltern in Deutschland ein solches Verbot.
