Wolfgang Richter ist sicherheitspolitischer Experte. Er hat bei der Bundeswehr als Offizier gedient und dann lange für die Stiftung Wissenschaft und Politik geforscht. Nun arbeitet der Oberst a. D. in Wien als Publizist und sicherheitspolitischer Fachmann.
DIE ZEIT: Israel und die USA haben den Iran angegriffen. Rechnen
Sie mit einem längeren Krieg?
Wolfgang Richter: Wie immer gibt es den Nebel des Krieges,
wenn solche Angriffe beginnen. Wir sind noch ganz am Anfang der Operation und
müssen abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Ich denke aber, dass die
Militärkampagne der israelischen und der US-amerikanischen Streitkräfte
weitergehen wird. Die Explosionen in mehreren iranischen Städten zeigen, dass
es keine kurzfristige Operation ist, die nur der Hauptstadt galt, wie etwa der
Einsatz in Venezuela zu Beginn des Jahres. Für mich
steht fest, dass es sich um einen groß angelegten Angriff der Israelis und der
Amerikaner handelt, um einen Regime-Change zu erzwingen. Dafür sprechen auch
die direkten Angriffe auf die politische und militärische Führungsspitze des
Iran.
