
Nein, sagt Bayern-Trainer Vincent Kompany, Serge Gnabrys Leistung gegen Union Berlin überrasche ihn „überhaupt nicht“. Er spreche gerne positiver über Gnabry als über alle anderen – auch, weil dieser oft verletzt fehlte. Aber: „Er ist vielleicht von all unseren Jungs derjenige, dessen Talent am meisten unterschätzt wird.“ Deshalb freue es ihn, wenn der Dreißigjährige zeigt, wie gut er ist.
Zwei Treffer hat Gnabry zum 4:0 des FC Bayern beigetragen. Zehn Tore und zehn Vorlagen machen ihn zum viertbesten Scorer hinter Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz. In einer Offensive, die so viel Qualität versammelt, können solche Statistiken etwas untergehen.
Dabei wird in dieser Saison deutlich, warum der FC Bayern verlässliche Spieler braucht. Jamal Musiala leidet unter den Folgen seiner schweren Verletzung. Lennart Karl zeigt sein Talent, aber auch eine gewisse Unbeständigkeit, die in seinem Alter dazugehört. Bei Gnabry weiß Kompany, was er bekommt.
Vielleicht zeigt sich darin, was der Coach meint: Man hat Gnabry zu lange als einen Fußballer betrachtet, der nur dann überzeugt, wenn er spektakulär spielt. Dabei ist seine größte Stärke in dieser Saison eine andere: Die Fähigkeit, zur Stelle zu sein und zu liefern, wenn der FC Bayern ihn braucht.
