Wieder haben in der serbischen Hauptstadt Belgrad Zehntausende Menschen gegen die Regierung protestiert. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein.
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© Armin Durgut/picture alliance/dpa/AP
In der serbischen Hauptstadt Belgrad haben erneut Zehntausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Aleksandar Vučić demonstriert. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten gegen die Menge ein. Am Rande der Proteste kam es zu Zusammenstößen zwischen unbekannten Maskierten und der Polizei. Laut Innenminister Ivica Dačić wurden 23 Personen festgenommen.
Etwa einen Kilometer vom Kern der Proteste auf dem zentralen
Slavija-Platz entfernt feuerten maskierte Personen Feuerwerkskörper in
Richtung der Polizei ab. Einige Polizisten seien dabei verletzt worden,
sagte Dačić. In der Vergangenheit hatten bei ähnlichen Massenprotesten –
wie sich im Nachhinein herausstellte – eingeschleuste Provokateure vergleichbare Gewalttaten verübt. Die Polizei schätzte die Zahl der
Demonstrierenden auf 34.300, während eine Beobachtergruppe von rund
100.000 sprach.
Seit Ende 2024 kommt es in Belgrad immer wieder zu Protesten gegen die Regierung. Damals waren bei dem Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad 16 Menschen ums Leben gekommen. Die Demonstrierenden machen die Regierung für das Unglück verantwortlich und werfen ihr Misswirtschaft und Korruption vor. Sie fordern vorgezogene Neuwahlen. Die nächste reguläre Parlamentswahl müsste Ende 2027 stattfinden.
