Im Senegal ist offenbar erstmals ein Mann nach einem neuen Gesetz verurteilt worden,
das höhere Strafen gegen Homosexualität vorsieht. Wie der Sender Radion
France berichtete, sah ein Gericht in einem Vorort der
Hauptstadt Dakar es als erwiesen an, dass ein 24-Jähriger gegen das Gesetz
verstoßen hatte. Das Gericht verurteilte den Mann zu sechs Jahren Haft und
einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 3.000 Euro.
Der Prozess habe bereits am Freitag stattgefunden,
berichtete der Sender. Details wurden demnach jedoch kaum bekannt – lediglich,
dass es sich bei dem Verurteilten um einen Fabrikarbeiter handele.
Der senegalesische Präsident Bassirou Diomaye Faye hatte
erst vor zwei Wochen ein Gesetz unterzeichnet, dass die Strafen bei
homosexuellen Handlungen noch einmal deutlich verschärft. Dabei drohen Menschen
bis zu zehn Jahre Haft. Am 11. März hatten sich 135 der 165 Parlamentsmitglieder des
Landes für das Gesetz ausgesprochen.
Verschärfung der Gesetzeslage in Uganda und Nigeria
Repressionen sollen Menschenrechtsorganisationen zufolge
bereits in den Wochen zuvor zugenommen haben. Unter anderem Amnesty
International und Human Rights Watch hatten die Entwicklung kritisiert.
Einige afrikanische Länder haben in den vergangenen Jahren
ihre Gesetze gegen queere Menschen verschärft, etwa Uganda oder Nigeria. Vielerorts
lehnt ein Großteil der Bevölkerung Homosexualität ab, darunter auch viele
katholische Geistliche. Eine Ausnahme ist Südafrika. Dort wurde vor knapp 20
Jahren die gleichgeschlechtliche Ehe bereits legalisiert.
