Das letzte Mal, dass sich Eva-Maria Michelmann aus der Krisenregion Nordsyrien bei ihrer Familie meldet, ist per E-Mail am 5. Dezember. “Ihr könnt euch sicher sein, dass es mir gut geht”, schreibt sie an ihre Mutter. “Wenn ihr lange nichts von mir zu hören bekommt, liegt das daran, dass ich weit weg in diesem oder jenem Projekt stecke.”

Dass danach nichts mehr von Eva kam, keine Nachricht, keine Mail, hielt die Familie zunächst nicht für ungewöhnlich. Die Internetversorgung in der Region ist instabil, der Kontakt auch dadurch schon immer von langen Lücken unterbrochen. Bis sich Ende Februar dann ein gemeinsamer Freund meldet: Eva-Maria Michelmann ist verschwunden.