Fast jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt im Laufe
seines Lebens an Krebs. Das geht aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts
(RKI) hervor. Demnach wird bei 49 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen
eine Krebserkrankung festgestellt. Dabei treten die meisten Erkrankungen ab dem 65. Lebensjahr auf: Zuvor trifft eine solche Krankheit laut RKI etwa jede sechste Frau und jeden siebten Mann.
Das RKI wertete die jüngsten Daten des Krebsregisters aus
dem Jahr 2023 aus. Demnach wurde damals bei rund einer halben Million Menschen
in der Bundesrepublik eine Tumorerkrankung neu diagnostiziert. Von diesen
517.800 Krebserkrankungen traten rund 276.400 bei Männern und etwa 241.400 bei
Frauen auf. Etwa die Hälfte aller Neuerkrankungen betraf die Prostata
(79.600), die Brustdrüse (75.900), die Lunge (58.300) oder den Dick- und
Enddarm (55.300).
Die Neuerkrankungsrate ist dem RKI zufolge leicht rückläufig,
wenn der Anstieg durch die Zunahme älterer Personen in der Bevölkerung
herausgerechnet wird: “Die Krebssterberaten sind altersstandardisiert in den
letzten 25 Jahren bei Männern um 31 Prozent und bei Frauen um 21 Prozent gesunken.”
Vier Krebsarten machen Hälfte der Tode aus
Laut Todesursachenstatistik aus dem Jahr starben 2023 rund
229.000 Menschen an Krebs – davon etwa 123.000 Männer und etwa 106.000 Frauen.
Die Zahlen stammen aus dem Bericht “Krebs in Deutschland”, der vom Deutschen
Krebsregister und dem Zentrum für Krebsregisterdaten beim Robert Koch-Institut
vergangenen Dezember veröffentlicht wurde.
Wie die Forschenden in ihrem Bericht schreiben, waren bösartige
Tumore der Lunge (45.000), des Dick- und Enddarms (22.700), der
Bauchspeicheldrüse (19.400) und der Brustdrüse (18.700) die vier Diagnosen, “die
die meisten und zusammen knapp die Hälfte aller krebsbedingten Sterbefälle
umfassten”.
Weltkrebstag am 4. Februar
Innerhalb der EU liegt Deutschland bezüglich der
Krebsinzidenz und -mortalität insgesamt im Mittelfeld. Bei Frauen liegt
Deutschland bei den beiden Raten etwas höher, bei Männern hingegen etwas
niedriger als im EU-Durchschnitt.
Das RKI informiert anlässlich des Weltkrebstags am 4.
Februar über die Entwicklungen. Der internationale Aktionstag soll das
Bewusstsein für Krebserkrankungen schärfen und zu Prävention und Behandlung
mobilisieren.
