Der Urlaub in Dubai ist für Tausende deutsche Reisende zu einer Nervenprobe geworden. Denn auch die Luxusmetropole der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist von dem Konflikt zwischen Israel, den USA und Iran betroffen. Das Auswärtige Amt (AA) warnt vor Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen die beiden Großstädte Dubai und Abu Dhabi gehören.
Am Wochenende, in der Nacht von Sonntag, dem 15. März, auf Montag, den 16., ist ein Treibstofflager am Flughafen Dubai von einer Drohne getroffen und daraufhin in Brand gesetzt worden. Der Flughafen stellte den Betrieb auf Anweisung der Luftfahrtbehörde vorübergehend ein. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, Reisende sollten ihre Fluggesellschaften kontaktieren, erklärten die Behörden. Nach der vorübergehenden Schließung nahm der Flughafen am Montagmorgen seinen Betrieb dann teilweise wieder auf.
Lufthansa streicht Flüge
Die Lufthansa war von der vorübergehenden Schließung des Flughafens mit dem Kürzel „DBX“ ohnehin nicht betroffen, da sie die Ziele Dubai und Abu Dhabi weiterhin nicht anfliegt. Wie das Unternehmen auf seiner Website bekannt gab, bleiben Flüge nach Dubai und Tel Aviv bis einschließlich 31. Mai ausgesetzt. Flüge von und nach Abu Dhabi, Amman, Beirut, Dammam, Riad, Erbil, Maskat und Teheran sind sogar bis zum 24. Oktober eingestellt. Die Lufthansa-Tochter Eurowings setzt ihre Flüge von und nach Tel Aviv, Beirut und Erbil bis zum 30. April aus.

Am Donnerstagmorgen, den 5. März, ist der erste von der deutschen Bundesregierung organisierte Evakuierungsflug nach Frankfurt zurückgekehrt. Am Dienstag, dem 3. März, landeten die ersten Emirates-Flüge aus Dubai mit deutschen Reisenden in München und Frankfurt.
Seit Beginn der Gegenangriffe Irans am 28. Februar war der Flugverkehr in der Golfregion weitestgehend zum Erliegen gekommen. Mehrere Staaten in der Region schlossen ihre Lufträume. Tausende Urlauber waren an den Flughäfen in Dubai gestrandet. Medienberichten zufolge sei die Stimmung unter den Reisenden gerade an den ersten Tagen angespannt gewesen. Sie sollen anfänglich nur wenige Informationen erhalten haben.
Inzwischen haben einige Staaten ihre Lufträume unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder für ein eingeschränktes Flugangebot geöffnet. Dennoch kann die Entwicklung der Sicherheitslage nicht zuverlässig prognostiziert werden, heißt es vom Auswärtigen Amt. Auch weitere Luftraumschließungen schließt das Auswärtige Amt derzeit nicht aus. Außerdem hätten die emiratischen Behörden die Sicherheitsmaßnahmen rund um jüdische und israelische Einrichtungen erhöht.
Die Sicherheitslage in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Am 28. Februar kam es in den VAE zu Explosionen durch herabstürzende Trümmerteile abgefangener iranischer Raketen – möglicherweise auch auf der künstlichen Inselgruppe „The Palm“ in Dubai. Der Deutschen Presse-Agentur zufolge sollen Anwohner alle paar Stunden Explosionen in der Küstenmetropole gehört haben. Im Luxushotel Burj al Arab kam es zu einem Feuerausbruch. Vier Menschen wurden dabei nach Behördenangaben verletzt. In Abu Dhabi kam mindestens ein Mensch durch Trümmerteile von abgefangenen Raketen ums Leben, wie das emiratische Verteidigungsministerium bestätigte.
Auch am 13. März wurde ein Gebäude im Zentrum von Dubai von herabfallenden Trümmern eines abgefangenen Geschosses getroffen. Das Medienbüro der Stadt sprach in einem Beitrag auf dem Onlinedienst X von einem „geringfügigen Vorfall an der Fassade“, bei dem niemand verletzt worden sei. Zuvor hatte ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP in Dubai von einer gewaltigen Explosion und einer schwarzen Rauchwolke berichtet.
Etwa 30.000 Reisende von deutschen Reiseanbietern betroffen
Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) waren insgesamt etwa 30.000 Reisende deutscher Reiseveranstalter von den Luftraumsperrungen im Nahen Osten betroffen. Sie hielten sich demnach entweder in Ländern des Nahen Ostens auf oder hätten Flüge über die dortigen Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi oder Doha gebucht. Reisende sollten sich bei ihren Reiseanbietern über Rückreisemöglichkeiten informieren, teilte der DRV noch mit.

Reisende sollen sich in die Krisenvorsorgeliste eintragen
- Falls Sie bereits bei der Krisenvorsorgeliste ELEFAND registriert sind, prüfen Sie, ob Ihre Daten dort aktuell sind. Weisen Sie auch andere Deutsche auf die Krisenvorsorgeliste hin.
- Informieren Sie sich bei der Nationalen Notfall-, Krisen- und Katastrophenschutzbehörde der VAE (NCEMA).
- Leisten Sie den Anweisungen der lokalen Behörden und Sicherheitskräfte Folge.
- Bleiben Sie über lokale und internationale Medien über die Lage informiert.
- Verhalten Sie sich insbesondere an belebten Orten und rund um jüdische und israelische Einrichtungen besonders vorsichtig.
- Vermeiden Sie größere Menschenansammlungen.
- Achten Sie darauf, dass Ihre Handys und anderen mobilen Kommunikationsmittel immer über genügend Batteriestand verfügen.
- Das Fotografieren von Einrichtungen wie zum Beispiel Militäranlagen, Flughäfen, Häfen oder Herrscherpalästen ist streng verboten.Bei Fragen zu gebuchten Reisen oder Flügen wenden Sie sich an Ihren Reiseanbieter.
Weitere Reisewarnungen gibt es auch für Bahrain, den Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Oman, Kuwait, Libanon, Saudi-Arabien und Qatar. Für Libanon sei zusätzlich eine Ausreiseaufforderung ausgesprochen worden, für Iran gilt seit Herbst 2022 eine Reisewarnung mit Ausreiseaufforderung.
Aus dem Auswärtigen Amt heißt es, nach den ersten Angriffen am 1. März hätte sich bereits eine niedrige fünfstellige Zahl betroffener Deutscher in der Krisenvorsorgeliste für die Golfregion registriert – also mehr als 10.000 Menschen. Das können Urlauber sein, aber auch im Ausland lebende Deutsche.

Innenpolitische Lage in den VAE grundsätzlich stabil
Die grundsätzliche innenpolitische Lage in den VAE bezeichnet das Auswärtige Amt als stabil. Zugleich bleibt ein allgemeines Terrorrisiko bestehen: Der „Islamische Staat“ (IS) droht seit 2014 mit Anschlägen in Staaten, die als Verbündete der USA gelten. Die VAE sind Mitglied der Anti-IS-Koalition, daher ist insbesondere an belebten Orten Wachsamkeit ratsam.
Unruhen oder Demonstrationen sind wegen der weitreichenden Überwachung des öffentlichen Raums kaum zu erwarten, dennoch sollten Reisende größere Menschenansammlungen meiden und den Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge leisten. Die Kriminalitätsrate ist sehr niedrig, vereinzelte Taschendiebstähle etwa in Einkaufszentren oder bei Großveranstaltungen sind aber möglich. Es könne auch zu vereinzelten Übergriffen auf allein reisende Frauen kommen. Das Auswärtige Amt rät allein reisenden Frauen daher, bei der Benutzung von Taxis und bei Spaziergängen im Dunkeln Vorsicht walten zu lassen.
In den VAE gilt weiterhin die Todesstrafe
Homosexuelle Handlungen stehen in den VAE weiterhin unter Strafe. Insbesondere „Crossdressing“ – also das Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts – ist verboten und wird strafrechtlich verfolgt. Gleiches gilt auch für den Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit, unabhängig von der sexuellen Orientierung oder Identität.
Die Todesstrafe wird weiterhin auch über ausländische Staatsangehörige verhängt – zuletzt im Februar 2025. Das Zeigen beleidigender Gesten, kritische Restaurantbewertungen oder Kritik an den VAE selbst können zu einer Ausreisesperre bis hin zu Untersuchungshaft führen. Außerdem können islamkritische Aussagen, die in Deutschland von der Meinungsfreiheit gedeckt wären, wie zum Beispiel die Beleidigung des Islams oder von Propheten, strafrechtlich verfolgt werden.
Eines der wichtigsten Drehkreuze der Welt
Dubai ist eines der weltweit wichtigsten Drehkreuze für den Verkehr zwischen Europa und Asien. Die Flughäfen Dubai International (DXB) und Al Maktoum Airport (DWC) haben wegen der Sperrung des russischen Luftraums infolge des Ukrainekriegs zuletzt noch an Bedeutung gewonnen. Dubai International ist gemessen am Passagieraufkommen inzwischen der größte internationale Flughafen der Welt.
