Als Feuerwehrmann ist es Florian Main* gewohnt, in Situationen nicht tatenlos zuzusehen, sondern sofort zu handeln. Doch als er im Sommer 2024 im Pausenraum seiner Wache saß, war er sprachlos. Dabei begann der Tag so gut, mitten im Pride-Monat, als überall Regenbogenflaggen in der Stadt wehten und Main sich zum 24-Stunden-Dienst aufmachte.
Wie sonst auch hätten sie auf der Wache über alles Mögliche reden können: die vielen Baustellen in seiner süddeutschen Großstadt, Urlaubspläne, Fußballergebnisse. Doch sein Kollege legte los, wetterte gegen den CSD, beschimpfte Schwule, schwärmte für die AfD. Florian Main saß daneben und schwieg.
