Auch der bei Touristen beliebte Urlaubsort Dubai ist von den Gegenangriffen des Irans betroffen. Der deutschen Presseagentur zufolge sollen Anwohner alle paar Stunden Explosionen in der Küstenmetropole gehört haben. Viele Menschen seien verunsichert, ob sie zu Hause bleiben oder das Stadtzentrum verlassen sollten. „Es ist überall“, sagte eine Anwohnerin. Laut mehreren Anwohnern wurden auch die Einkaufszentren geschlossen, in denen sich vor allem am Wochenende viele Familien aufhalten.
Mindestens eine Explosion gab es auf der künstlichen Inselgruppe „The Palm“ in Dubai. An einem Luxushotel soll daraufhin ein Feuer ausgebrochen sein. Videos von Augenzeugen zeigten einen Brand an der Einfahrt des Hotels, das für seine Lage direkt am Wasser bekannt ist. Über dem Gebäude stiegen schwarze Rauchwolken auf. Es war unklar, ob an dem Hotel eine mutmaßlich iranische Rakete einschlug oder ob etwa Trümmerteile nach dem Abschuss einer Rakete niedergingen und diese einen Brand auslöste. Der Zivilschutz teilte mit, das Feuer sei unter Kontrolle. Vier Menschen seien verletzt worden.
In einem Video, das der israelische Nachrichtensender „N12“ auf der Plattform X veröffentlichte, ist eine große Explosion zu sehen. Das Video soll dem Nachrichtensender zufolge in einem Hotel der künstlichen Insel „The Palm“ aufgenommen worden sein.
Das emiratische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe eine neue Welle iranischer Raketen und Drohnen abgefangen. Es habe „keinen bedeutenden Schaden“ gegeben. In Dubai und der Hauptstadt Abu Dhabi seien mehrere Trümmerteile von abgefangenen Raketen niedergegangen. Mindestens ein Mensch kam dabei bisher ums Leben.
Auswärtiges Amt spricht Reisewarnungen für Nahen Osten aus
Angesichts der Sicherheitslage im Nahen Osten sprach das Auswärtige Amt offizielle Reisewarnungen für den gesamten Nahen Osten aus oder verschärfte bestehende Hinweise. Die Reisewarnungen gelten unter anderem für auch bei deutschen Urlaubern beliebte Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und Qatar.

Warnungen gibt es auch für Bahrain, Irak (bisher Teilreisewarnung), Israel, Jordanien, Kuwait, Libanon und Saudi-Arabien. Für Libanon sei zusätzlich eine Ausreiseaufforderung ausgesprochen worden, für Iran gelte seit Herbst 2022 eine Reisewarnung mit Ausreiseaufforderung.
Viele Flüge in den Nahen Osten gestrichen – auch nach Dubai
Zahlreiche Fluggesellschaften strichen ihre Flüge in der Region. Bis zum 7. März würden alle Flüge nach Tel Aviv in Israel, in Irans Hauptstadt Teheran, Libanons Hauptstadt Beirut, Jordaniens Hauptstadt Amman und Erbil im Irak annulliert, teilte unter anderem die Lufthansa am Samstag mit. Bis dahin würden die Lufträume dieser Länder nicht genutzt. Mehrere Staaten schlossen ihre Lufträume zumindest begrenzt.
Zusätzlich würden alle Flüge von und nach Abu Dhabi bis einschließlich Sonntag gestrichen, hieß es weiter. Die Lufthansa begründete ihr Vorgehen mit der „aktuellen Lage“ in der Region. Betroffene Passagiere könnten kostenlos umbuchen oder ihr Geld zurückbekommen. Das Unternehmen beobachte die Lage weiterhin genau und stehe in engem Kontakt zu den Behörden vor Ort. Die Sicherheit der Passagiere und Crews habe „stets oberste Priorität“.
Mehr als 1400 Flüge annulliert
Auch weitere Airlines reagierten auf die Entwicklung: Air France strich für Samstag alle Flüge nach Tel Aviv und Beirut, Swiss annullierte sämtliche Verbindungen nach Tel Aviv bis einschließlich 7. März. Auch Turkish Airlines setzt seine Flüge in die Hauptstädte der Region vorerst aus. Gesellschaften wie British Airways, ITA Airways, Norwegian, Finnair, Air Algerie, Air India, Pakistan International teilten ebenfalls Ausfälle mit. Auch die emiratische Fluggesellschaft Emirates setzte den Flugverkehr von und nach Dubai aus.
Laut der Flugverfolgungs-Website „FlightAware“ waren bis zum Samstagnachmittag mehr als 12.500 Flüge verspätet; mehr als 1400 Flüge wurden annulliert.
Mehrere Länder in der Region, darunter Iran, Irak, Israel, Syrien, Kuwait, VAE und Qatar schlossen ihre Lufträume ganz oder zumindest Teile davon.
