Das “Empathiedefizit” in der Gesellschaft sei gefährlicher als das Haushaltsdefizit, sagte Barack Obama. Empathie gilt als wichtige Tugend. Doch ist Mitgefühl immer der beste moralische Kompass? Johanna Michaels und Tobias Hürter ringen um die Grenzen der Empathie – mit Argumenten aus der Philosophie und praktischen Beispielen. Sollten beispielsweise Ärztinnen und Ärzte mitfühlend sein? Oder ist zu viel Empathie eher hinderlich für eine gute Behandlung?
Oder wenn wir anderen Menschen helfen wollen: Dann verleitet Empathie zu ungerechten Entscheidungen – indem wir einem Einzelschicksal mehr Aufmerksamkeit schenken als dem Leid einer großen, aber anonymen Gruppe. So argumentieren zumindest die “effektiven Altruisten”. Ist das kaltherzig? Johanna Michaels und Tobias Hürter haben sich unter anderem bei Immanuel Kant umgehört.
