Der Deutsche Lehrerverband bezweifelt, dass eine Regulierung von Messengerdiensten wie WhatsApp umsetzbar ist. “Ein generelles Verbot oder
weitreichende Nutzungseinschränkungen” seien “in der Praxis kaum
realistisch”, sagte der Präsident des Verbandes, Stefan Düll, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Zuvor hatte sich Bundesbildungsministerin Karin Prien im WDR für einen solchen Schritt ausgesprochen. “Ich glaube, wir müssen nicht nur über
Social-Media-Regulierung, sondern auch über Messengerdienst-Regulierung
sprechen”, sagte die CDU-Politikerin. Hintergrund ist eine
Umfrage unter Kindern und Jugendlichen von Infratest dimap im Auftrag
des WDR. Dabei ging es um belastende Inhalte in Klassenchats, wie etwa
Beleidigungen und Mobbing. Jedes dritte Kind gab dabei an, schon belastende Inhalte in Klassenchats gesehen zu haben.
“Solche Fälle kommen vor und werden an Schulen
durchaus als belastend erlebt”, sagte Düll. Gleichzeitig sei es
schwierig, aus diesen Einzelfällen den tatsächlichen Gesamtumfang
problematischer Inhalte in Klassenchats zuverlässig abzuschätzen. “Eine
systematische Beobachtung findet nicht statt, da Lehrkräfte bewusst
nicht in diesen Chats vertreten sind.”
Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.
