Die Westfälische Medien Holding AG soll Teil der Rheinischen Post Mediengruppe werden. Wie die beiden Unternehmen mitteilten, haben sie sich darauf geeinigt, dass die Rheinische Post Mediengruppe sämtliche Aktien übernimmt. Über weitere Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Kauf steht demnach noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.
Durch die Übernahme wird die Rheinische Post Mediengruppe zur auflagenstärksten Tageszeitungs-Verlagsgruppe in Nordrhein-Westfalen. Außerdem werde sie ihre Marktposition im Geschäftsfeld regionale Medien signifikant ausbauen, teilte das Unternehmen mit. Vor allem im Digitalen biete der neue, größere Verbund zusätzliche Wachstumspotenziale für alle Titel der Westfälischen Medien Holding.
Regionaler Qualitätsjournalismus soll bestehen bleiben
Das Unternehmen bekenne sich zum Potenzial von regionalem Qualitätsjournalismus, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Johannes Werle. Er versicherte, dass alle hinzukommenden Titel und Angebote auch nach dem Wechsel ihre starke lokale Verankerung beibehalten werden.
Zur Westfälischen Medien Holding AG gehören die Westfälischen Nachrichten, die Münstersche Zeitung, das Westfalen-Blatt, das Westfälische Volksblatt sowie die Allgemeinen Zeitung Coesfeld. Aus Sicht der Verleger und bisherigen geschäftsführenden Gesellschaftern Benedikt und Eduard Hüffer lässt die mittelständische Struktur der Gruppe ein weiteres Wachstum der Lokal- und Regionalzeitungen nicht mehr ohne großes Risiko zu. “Die Trennung vom traditionsreichen Zeitungsgeschäft ist uns nicht leichtgefallen”, teilten sie mit.
Medienminister kritisiert Übernahme als Rückschlag für Zeitungsstandort
Nordrhein-Westfalens Medienminister Nathanael Liminski (CDU) kritisierte die Übernahme und bezeichnete sie nach der Übernahme der Kölnischen Rundschau durch DuMont als zweiten Rückschlag für den Zeitungsstandort Nordrhein-Westfalen binnen weniger Wochen. Veränderungen wie diese seien immer mit großer Unsicherheit für die Beschäftigten der Verlage verbunden, teilweise mit Stellenabbau – und das nicht nur in den Redaktionen, sagte Liminski.
Weiter kritisierte er den Verlust an Medienvielfalt und Perspektivenvielfalt in der lokalen Berichterstattung. Deshalb setze er sich beim Bund weiter für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Print- und Digitalabos von derzeit sieben auf null Prozent ein.
Die Rheinische Post Mediengruppe gehört nach eigenen Angaben zu den auflagenstärksten regionalen Zeitungsverlagen Deutschlands mit derzeit etwa 2.800 Beschäftigten. Sie gibt die Rheinische Post mit einer Auflage von 183.000 verkauften Exemplaren sowie den Bonner General-Anzeiger mit einer Auflage von rund 55.000 heraus.
