Was für eine charmante Idee! Wenn die Fußball-WM unbedingt beim MAGA-Meister Donald stattfinden muss und alle unbedingt hinrennen und mitspielen wollen, dann lassen wir ihn doch vor seiner eigenen Tür stehen. Platzsperre für Donald!
Was im Golf trotz seiner Betrugsmeisterschaft noch nicht so recht funktioniert, könnte beim Kicken möglich sein. Das deutete neulich laut der Nachrichtenagentur AP die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) an. Die Manipulationsjäger wollen ernsthaft den Präsidenten der Vereinigten Staaten sperren?
Die WADA liegt über Kreuz mit den Vereinigten Staaten
Nein, nicht, was Sie denken. Donald positiv? Never. Obwohl, so aus der Distanz betrachtet, manche in Studien formulierte psychotrope Nebenwirkung von Anabolika erkennbar scheint. „Roid Rage“, sagen die Amis gerne, „Steroid-Wut“. Plastischer ist das Bild von einer naturbelassenen Gewalt: dem Brusttrommeln des Gorillamännchens.
Mit Aufplusterei und Drohgebärden hat der Fall aber schon zu tun. Denn die WADA liegt über Kreuz mit den Vereinigten Staaten, seit sie im Fall von 23 positiv getesteten chinesischen Schwimmern nicht genau hingeschaut hatte. Die Amerikaner kritisierten auch die mangelhafte Aufarbeitung und setzten deshalb ihren Teil der weltweit vereinbarten Unterhaltszahlungen 2024 aus. Inzwischen erreicht der Rückstand umgerechnet 6,4 Millionen Euro. Was angesichts der ohnehin klammen WADA kaum zu mehr Sauberkeit im Spitzensport führt.

Wenn das kein guter Grund wäre, die politischen Verantwortlichen säumiger Zahler für die großen Sportfestivals, für so eine WM und dann Olympische Spiele zu sperren. Bekämen Trump und Co. auch 2028 beim nächsten Heimspiel in Los Angeles ein Schild gestellt: Ihr müsst draußen bleiben?
Nein, die WADA beeilte sich, der AP zu widersprechen. Der Präsident und sein Vize Vance und überhaupt alle Beamten würden nicht von der WM und nicht von den Sommerspielen in Los Angeles ausgeschlossen. Allerdings räumte sie ein, so eine Regel könne in Zukunft theoretisch umgesetzt werden.
Was immer sich an Drohung und Angst vor der Rache der Mächtigeren hinter diesem Vorgang verbirgt: Die Idee steckt an. Warum denn mühselig mehr oder weniger überzeugende Sperren setzen, wenn Sportfunktionäre und Sportpolitiker (!) doch ohnehin, neulich bei den Winterspielen, dann bei den Paralympics, jetzt mit Blick auf die WM, eine Trennung von Sport und Politik beschwören, ja zeternd fordern.
Nichts erscheint doch leichter als das. Wer die hohe Politik aus dem Spiel nehmen will, müsste mit denen anfangen, die sie hineintragen in die Arenen, mit Politikern. Autokraten, Diktatoren, in Konsequenz auch nicht mal Demokraten mehr auf die Ehrentribüne? Ein ansprechender Gedanke. Nur nicht zu Ende gedacht.
Politiker sind es, die dem Großteil des Sports kalkulierend das Geld geben (lassen), seine Existenz sichern. Wer sie ausschließt, riskiert den Zusammenbruch des Spitzensports, reiche Profiligen zumindest einen massiven Verlust. Selbst wenn die WADA eines Tages ernsthaft eine Sperre als Sanktion für Zahlungsverweigerer in ihrem Kodex fixierte, würde sie scheitern an Verbänden wie dem Fußball-Weltverband und dem Internationalen Olympischen Komitee. Sie verteilen die Eintrittskarten wohlbedacht an jene, die ihr Geschäft stützen.
