Das Rennen ist schon entschieden, der Sieger Wout van Aert weint längst vor Freude, als Max Walscheid seine Maschine weit hinter der Ziellinie bremst. Sofort springt er herunter und sinkt auf den Kunstrasen, der im Innern des Velodroms von Roubaix ausgerollt ist. Dort liegt Waldscheid nun, die staubbedeckten Beine weit von sich gestreckt. “Ich bin völlig am Ende”, sagt er später nach seinem 258 Kilometer-Ritt durch die Hölle des Nordens.

Obwohl es auch passend wäre, trägt das Radrennen Paris-Roubaix seinen martialischen Namen nicht wegen der berühmten Kopfsteinpflasterpassagen, den 54,8 Kilometern, die in 30 Sektoren unterteilt sind, sondern wegen des Ersten Weltkriegs. In der Gegend waren damals viele Schützengräben,
Granattrichter und Soldatenfriedhöfe zu sehen.