
Im amerikanischen System ist die Bedeutung des Justizministers, in Personalunion Generalstaatsanwalt des Bundes, kaum zu überschätzen. Dass sich Präsidenten einmal an einen Komment hielten, wonach sie sich in die Justiz nicht einmischten, ist in der Trump-Ära fast vergessen.
Nicht vergessen hat Trump seine Rachegelüste gegen seine Widersacher. Genauso wenig, wie er von der Legende lässt, dass er 2020 durch Betrug um einen Wahlsieg gebracht worden sei.
Auch „Trumps Richter“ tanzen nicht nur nach seiner Pfeife
Es gibt in den USA noch Staatsanwälte mit Gewissen, und es gibt Geschworene sowie Richter, die Bondi (also Trump) auflaufen ließen. Sogar im Obersten Gericht muss der Präsident erleben, dass „seine“ Richter nicht stets nach seiner Pfeife tanzen – selbst dann, wenn er sie durch die beispiellose Teilnahme an einer Anhörung etwas patenhaft daran erinnert, wem sie ihr Amt zu verdanken haben.
Doch steter Tropfen kann auch einen robusten Rechtsstaat aushöhlen. An der Spitze der Bundesjustiz steht nun fürs Erste der Anwalt Todd Blanche. Der hatte Trump verteidigt, als ihm unter anderem wegen versuchter Wahlmanipulation der Prozess gemacht wurde. Die Anklage war gut belegt, die Gerechtigkeit nahm ihren Lauf.
Aber die Amerikaner wählten Trump, den Rächer seiner selbst.
