Das Wunder von Rom: An Melonis nationalistischen Kulturideen vorbei macht dort ein furchtloser Sizilianer grandiose Oper.
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© Fabrizio Sansoni/Opera di Roma
Die Hölle klingt in Rom so sinnlich, dass man an diesem Sonntagnachmittag Ende Februar trotz allen Heulens, Stöhnens und Zähneklapperns keine Sekunde lang vergisst, wo man sich befindet: in der Oper, im Teatro dell’Opera di Roma, auf dem kleinsten und im wahrsten Wortsinn unerheblichsten der sieben römischen Hügel, dem Viminal. Auch das Opernhaus selbst galt bislang als weitgehend unerheblich, jedenfalls auf der Landkarte des internationalen Musiktheaters. Das ändert sich aber gerade. Neuerdings macht die römische Oper sehr wohl von sich reden – und die Erfahrung der Hölle ist für diesen Wandel und den Mut, den er erfordert, ein interessantes Beispiel.
