
Artemis II ist sicher wieder gelandet. Und die vielen Fans, die den Flug von der Erde aus verfolgt haben, freuen sich auf den nächsten Abstecher ins All. Bisher gab es für sie nur die Erinnerungen an die Apollo-Flüge zwischen 1969 und 1972, entweder selbst miterlebt oder aus zweiter Hand bewundert. Jetzt geht es wirklich und wahrhaftig zurück zum Mond. Mit tollen Fotos von Erde und Kratern, Aufregung um den Hitzeschild und einem fliegenden Nutella-Glas.
Und die Kunst fliegt für aufmerksame Beobachter mit – trotz all der Technikwunder. Was wäre das Abenteuer Weltall ohne Tim und Struppi, die Hergé in „Reiseziel Mond“ schon 1953 auf den Weg zum Erdtrabanten schickte, weit vor Sputnik, Laika, Gagarin und Armstrong? Mit vorausschauenden Details wie einer wiederverwendbaren Rakete? Oder ohne Jules Verne, dessen Mondfahrzeug in „Von der Erde zum Mond“ schon 1865 von Florida aus ins All geschossen wird? In der Fortsetzung „Reise um den Mond“ landet es im Pazifischen Ozean, wo die Marine es aus dem Wasser fischt.
Bei Verne entsteht der Mondflug übrigens, weil ein Kanonenhersteller und ein Panzerplattenfabrikant sich nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs langweilen und einen Ausweg aus dem Ennui suchen. Amerikas Techmillionäre sind auch heute mit Raumfahrt beschäftigt. Wie schön wäre es, wenn auch ihr Präsident sich mehr dem zuwenden würde, was gelingt, als dem, was er verbockt.
Auf jeden Fall hat vieles technisch Mögliche ein Vorbild in der Kunst. Auch das Nutella-Glas an Bord der Orion. Es löst beim Betrachter genau solche Freude aus wie der Whisky, der in der Schwerelosigkeit der Tim-und-Struppi-Fortsetzung „Schritte auf dem Mond“ wie eine Kugel vor Kapitän Haddock durch das Raumschiff treibt. Hoffentlich geht es bald wieder los.
