In Teilen Sachsen-Anhalts besteht heute eine hohe Waldbrandgefahr. Wie aus dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienst (DWD) hervorgeht, gilt in mehreren Regionen – darunter in Seehausen, Genthin und Wittenberg sowie im Harzraum etwa in Wernigerode und Quedlinburg – die Gefahrenstufe vier und damit die zweithöchste Warnstufe. In den übrigen Landesteilen wird überwiegend Stufe drei (mittlere Gefahr) ausgewiesen.
Unterschiedliche Einschätzungen der Behörden
Die Einschätzung des Landeszentrums Wald Sachsen-Anhalt fällt dagegen etwas niedriger aus. Den Daten zufolge gilt in Teilen des Landes – etwa in Anhalt-Bitterfeld, im Salzlandkreis, in Wittenberg sowie in den Regionen Magdeburg und Stendal – mittlere Waldbrandgefahr (Stufe drei), im übrigen Land geringe Gefahr (Stufe drei).
Die Unterschiede ergeben sich aus verschiedenen Bewertungsgrundlagen: Während der DWD bundesweit einheitliche, vor allem wetterbasierte Indizes nutzt, berücksichtigt das Landeszentrum Wald zusätzlich regionale Faktoren wie Baumartenzusammensetzung oder Bodenverhältnisse.
Die Skala des Gefahrenindex für Waldbrände reicht von eins (sehr geringe Gefahr) bis fünf (sehr hohe Gefahr). Stufe vier bedeutet eine hohe Brandgefahr – schon kleine Zündquellen können Brände auslösen, die sich rasch ausbreiten können.
Warmes und trockenes Wetter erhöht Risiko
Nach Angaben des DWD spielt derzeit vor allem die noch trockene Oberflächenvegetation eine Rolle. Zwar seien die Böden durch nächtlichen Frost und Tau teils noch feucht, tagsüber trockne die oberste Schicht bei Sonne jedoch schnell ab.
Im Frühjahr steigt die Waldbrandgefahr typischerweise an: Die Temperaturen nehmen zu, während die Vegetation noch nicht vollständig ausgetrieben ist. Dadurch fehlt vielerorts die schützende Feuchtigkeit frischer Pflanzen.
Entspannung bereits in Sicht
Bereits am Donnerstag dürfte sich die Lage nach aktueller Vorhersage entspannen. Grund dafür sind deutlich sinkende Temperaturen sowie Schauer und örtliche Gewitter, die die trockene Oberflächenvegetation durchfeuchten können. In den Hochlagen des Harzes wird teils sogar Schneefall erwartet.
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