
Nach dem mutmaßlichen Messerangriff eines Vaters auf seine Familie in Witten, bei dem der 13-jährige Sohn tödlich sowie Frau und Tochter lebensgefährlich verletzt wurden, suchen die Ermittler nach dem Motiv. „Es gibt zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Erkenntnisse zur Motivlage. Diesbezüglich laufen die Ermittlungen“, sagte Staatsanwalt Jan Finke auf Nachfrage. So deute nichts auf einen im Hintergrund stehenden Trennungsstreit des Ehepaares hin: „Es sieht derzeit danach aus, dass die Familie kurz davor war, gemeinsam in den Urlaub zu fahren“, so der Staatsanwalt.
Der 40 Jahre alte Deutsche wird verdächtigt, am Samstag seine Frau, die neunjährige Tochter sowie den 13 Jahre alten Sohn während eines Streits mit einem Messer schwer verletzt zu haben. Kurz danach starb der Junge. Zeugen waren auf Schreie in einer Wohnstraße aufmerksam geworden und hatten die Tat gesehen.
Tatverdächtiger schweigt zu den Vorwürfen
Der 40-Jährige wurde festgenommen und in Polizeigewahrsam gebracht. Bei seiner Vorführung bei der Haftrichterin habe er von seinem Recht zu Schweigen Gebrauch gemacht.
Derzeit werde dem 40-Jährigen Totschlag sowie zweifacher versuchter Totschlag vorgeworfen. „Wir wissen derzeit nur, dass er zugestochen hat und gehen auch von Tötungsabsicht aus“, so Finke. Die Hintergründe und der Ablauf des Geschehens seien aber noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Auch wo die Tat begonnen habe, werde noch untersucht. „Wir haben auch eine Spurenlage im Haus“, sagte Finke.
Mutter und Tochter weiter im Krankenhaus
Laut Polizeisprecher Marco Bischoff hatten sich rund 20 Nachbarn und Menschen aus dem Umfeld des Tatorts bei der Polizei gemeldet. Sie seien teilweise stark traumatisiert. Umso mehr werde die Zeugenvernehmungen Zeit brauchen. „Es ist ein tragischer Fall und ein schlimmer Verdacht. Es wird viel Anteilnahme gezeigt“, so Bischoff.
Die 38-jährige Mutter sowie ihre neunjährige Tochter befinden sich nach Angaben des Sprechers weiterhin im Krankenhaus und seien inzwischen in einem stabilen Zustand.
